PISA: Auf guten Unterricht kommt es an

Nordrhein-Westfalen ist im PISA-Ländervergleich auf einem guten Weg. Zwar kann das bevölkerungsreichste Bundesland nach wie vor nicht in die Spitzengruppe vorstoßen, aber das war aufgrund der nach wie vor schwierigen Rahmenbedingungen auch nicht zu erwarten: So haben in NRW 30 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund. Beim neuen PISA-Primus Sachsen liegt diese Quote bei nur 3,7 Prozent. "Gemessen daran hat NRW kein berauschendes, aber doch ein ordentliches Ergebnis erzielt. Nicht nur in NRW zeigt sich, dass die Reformen und Investitionen im Bildungsbereich erste Früchte tragen", erklärt Brigitte Balbach, Vorsitzende des Realschullehrerverbandes NRW.

18.11.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Realschullehrerverband NRW

Einmal mehr zeigt die aktuelle Studie, dass Erfolg bei PISA keine Frage der Schulstruktur ist. Die vier Spitzenplätze in allen drei Disziplinen (Naturwissenschaften, Mathematik, Leseverständnis) machen Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen jeweils unter sich aus. Dabei setzen Sachsen und Thüringen auf zweigliedrige, Bayern und Baden-Württemberg hingegen auf dreigliedrige Systeme. "Es sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass PISA für Schulstrukturdebatten nichts hergibt. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Schulstruktur und Schulqualität.

Auf guten Unterricht kommt es an. Darum haben die Lehrerinnen und Lehrer an den rund 550 Realschulen in NRW der Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse sehr gelassen entgegengesehen. Denn die Realschulen leisten unter schwierigen Bedingungen – etwa der schlechtesten Schüler-Lehrer-Relation – sehr gute und engagierte Arbeit", so Balbach.

Deutlich kritisiert der RLV die Studien-Hörigkeit und insbesondere die PISA-Hysterie in Deutschland. PISA ist gut und wichtig, liefert aber letztlich nur Momentaufnahmen des Bildungsgeschehens, eng begrenzt auf einzelne Sparten. "Bildung ist mehr als PISA. Unser Kerngeschäft ist der Unterricht. Dafür brauchen wir keinen politischen Aktionismus und keine Schulstrukturdebatten, sondern in erster Linie ein ruhiges Arbeiten, zudem qualifizierte Lehrkräfte, kleinere Klassen und eine zeitgemäße Ausstattung der Schulen", betont Balbach.

Über den Realschullehrerverband NRW:
Der RLV NRW vertritt als landesweit einziger Lehrerverband dezidiert die Interessen der Lehrkräfte an den über 550 Realschulen in NRW, die mit rund 350.000 Schülerinnen und Schülern eine starke, intakte Schulform und eine Säule des Schulsystems bilden. Unter dem Dach des Deutschen Beamtenbundes (dbb) tritt der RLV NRW für ein vielgliedriges Schulsystem in öffentlicher und privater Trägerschaft ein.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden