PISA hat 700 Seiten

"Kleine Fortschritte und das relativ gute Abschneiden im Bereich Naturwissenschaften sind erfreulich, aber das mittelmäßige Abschneiden im Leseverständnis und in Mathematik zeigen, dass mehr Anstrengungen zur Verbesserung unserer Bildungseinrichtungen nötig sind. Zweimal ausreichend ist kein gutes Zeugnis. Anstatt weiter Förderangebote zu kürzen, muss die Landesregierung in ihrem Kinderland endlich die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen ausbauen", sagte am Dienstag (04.12.07) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

04.12.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

Die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für eine sachliche und differenzierte Diskussion der Ergebnisse stark. "Die aktuelle Studie hat 700 Seiten, nur zwölf davon befassen sich mit Rankings. Das ist genug Material, das sich für die Verbesserung unserer Schulen nutzen lässt. Wer aus den Vergleichsstudien lernen will, muss sich mit den Ergebnissen sorgfältig befassen", so Dahlem.

Die GEW bezeichnet den Appell von Kultusminister Helmut Rau, die Eltern ausländischer Herkunft sollten ihre Kinder besser fördern, als "scheinheilig". "Deutschland ist Weltspitze bei der Benachteiligung von jungen Migrantinnen und Migranten. Daran hat auch die Landesregierung ihren Anteil, indem sie zum Beispiel die Mittel für Förderunterricht in den vergangenen Jahren mehrfach gekürzt hat. Und wie sollen 288 Pädagogische Assistenten die Chancen von 170.000 Schülerinnen und Schülern an der Hauptschule entscheidend verbessern", sagte Dahlem.

An den Grund- und Hauptschulen gab es im Schuljahr 2001/02 noch 3.633 Stunden für Förderkurse für Ausländer, 2005/06 waren es nur noch 2.873, der Stütz- und Förderunterricht wurde im gleichen Zeitraum von 8.690 auf 7.587 Stunden gekürzt.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

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GEW Baden-Württemberg

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