PISA-Ländervergleich 2003: Thüringen in allen Bereichen verbessert und auf Platz 4

Die zentralen Ergebnisse des nationalen PISA-Ländervergleichs (PISA-E) liegen nun vor. Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU) erklärt dazu: "Thüringen hat sich in allen untersuchten Kompetenzbereichen Mathematik, Naturwissenschaften, Problemlösen und Lesen deutlich verbessert und den 4. Platz erreicht. Das ist ein Grund zur Freude, zeigt dieses Ergebnis doch, dass der im Freistaat eingeschlagene Weg richtig ist. Daher wird er konsequent fortgeführt. Ich danke Lehrerinnen und Lehrern sowie allen an Bildung und Erziehung Beteiligten für Ihr Engagement. Das Ergebnis ist Motivation, in den Anstrengungen nicht nachzulassen.

14.07.2005 Thüringen Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

Alle Länder haben in allen Bereichen gegenüber PISA-E 2000 einen Leistungsfortschritt erzielt. Für Thüringen allerdings ist diese Erhöhung überdurchschnittlich und erfolgte (wie auch in Sachsen) von einem hohen Niveau aus. Diese Steigerung ist in Thüringen mit etwa 30 Punkten in den beiden mathematischen Teilbereichen 'Veränderungen und Beziehungen' sowie 'Raum und Form' am größten. In den Bereichen Mathematik mit 510 Punkten (+17 zu PISA-E 2000; OECD-Durchschnitt: 500), Naturwissenschaften mit 508 Punkten (+13; 500) und Problemlösen mit 511 Punkten (/; 500) liegt der Freistaat über dem OECD-Durchschnitt, bei der Lesekompetenz mit 494 Punkten (+12) genau im Durchschnitt. Das ist ein respektables Ergebnis.

Das erfreulichste Ergebnis für Thüringen ist die weitgehende Entkopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Das heißt: Die soziale Herkunft hat einen geringen Einfluss auf die erzielten Leistungen.

Thüringen hat mit der Einführung der neuen Lehrpläne nach dem Kompetenzmodell im Jahr 1999 den richtigen Weg beschritten. Dies war bei PISA 2000 noch nicht messbar. Die konsequente Umsetzung der Lehrpläne in den Schulen des Freistaats ist auch ein Grund für die deutliche Verbesserung. Nach PISA 2000 wurden noch weitere vielfältige Maßnahmen ergriffen, um die Kompetenz der Schüler im Freistaat zu stärken und zu verbessern. Die im Jahr 2002 eingeleitete Leseinitiative hat inzwischen alle gesellschaftlichen Kräfte erfasst und macht beispielhaft deutlich, wie Verantwortung für schulisches Lernen auf eine noch breitere Basis gestellt werden kann. Diesen Weg werden wir weiter verfolgen.

Die systematische Schulentwicklung stellt einen zweiten Aspekt dar, der vor allem durch die gemeinsam von allen Ländern entwickelten nationalen Bildungsstandards nochmals einen entscheidenden Impuls erhalten hat. Die im Jahr 2002 in Thüringen eingeführten Kompetenztests in den Klassenstufen 3 und 6 in den Fächern Deutsch und Mathematik haben den Schulen gezeigt, wo sie in diesen Fächern stehen. Ist-Standserhebungen, Leitbild, Arbeitsvorhaben, Zielvereinbarungen und Selbstevaluation gehören in den Thüringer Schulen zum Alltagsgeschäft. Die Schulen ergreifen eigenverantwortlich oder mit Unterstützung geeignete Maßnahmen und Fördermöglichkeiten. Auch das im letzten Jahr gestartete Projekt 'Eigenverantwortliche Schule' verfolgt das Ziel, die Qualität des Unterrichts weiter zu verbessern und damit die Thüringer Schüler voranzubringen."

Kultusminister Goebel resümiert abschließend: "PISA-E 2003 verdeutlicht erneut, dass die unionsregierten Länder innerhalb Deutschlands an der Spitze liegen, die SPD-regierten am Ende. Dort, wo die Union am längsten regiert, sind die Ergebnisse am besten. Auch das Abschneiden der anderen mitteldeutschen Länder ist erfreulich. Während Sachsen und Thüringen sich auf hohem Niveau verbessert haben, hat sich Sachsen-Anhalt auf beeindruckende Weise dem mitteldeutschen Standard angenähert. Das alles zeigt, dass das gegliederte Schulsystem nach wie vor leistungsfähig ist."

Für Thüringen nahmen insgesamt 84 Schulen (52 Regelschulen, 28 Gymnasien, 2 Gesamtschulen sowie 2 berufsbildende Schulen) mit etwa 2500 Schülerinnen und Schülern an PISA-E 2003 teil, bundesweit waren es 44.580 Schüler aus 1487 Schulen.


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