PISA: VDR sieht keinen Anlass für Schulstrukturdebatten
Auch wenn Einheitsschul-Ideologen nun wieder die Deutungshoheit über die heute veröffentlichte PISA-Studie anstreben: PISA 2006-E bietet – wie auch die Vorgängeruntersuchungen – keinen Nährboden für Schulstrukturdebatten. Im Großen und Ganzen haben sich nahezu alle Bundesländer im Verlauf der PISA-Erhebungen 2000, 2003 und 2006 leicht bis kräftig verbessert. "Das ist ein erfreulicher Trend, der zeigt, dass die nach dem PISA-Schock vor sieben Jahren eingeleiteten Reformen im Bildungssystem allmählich Früchte tragen", kommentiert Albert Obert, Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer, die Ergebnisse.
18.11.2008 Pressemeldung Verband Reale BildungEinmal mehr zeigt die vorliegende Studie, dass zwischen Schulqualität und Schulstruktur nicht der von Ideologen propagierte Zusammenhang besteht. Zwar haben Sachsen und Thüringen ein zweigliedriges System, während es in Bayern und Baden-Württemberg Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien gibt. Doch im Lesen und in der Mathematik trennt Bayern und Sachsen nur ein statistisch nicht signifikanter Punkt. Alle vier Länder legen zudem großen Wert auf Leistungsorientierung und Verbesserung der Rahmenbedingungen wie Klassengröße und Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung. Sachsen ist auch dabei Spitzenreiter. Klare Notengebung und Notengrenzen beim Übergang zu weiterführenden Schulen sind in diesen Ländern ebenfalls selbstverständlich.
"Die Probleme, die das deutsche Schulwesen hat, lassen sich durch Schulstrukturreformen nicht lösen – und schon gar nicht durch die Auflösung einer erwiesenermaßen leistungsfähigen Schulform wie der Realschule", unterstreicht Obert. "Das gegliederte Schulsystem mit den Realschulen als tragender mittlerer Säule ist leistungsfähig, zukunftsfähig und gesellschaftlich akzeptiert." Aus Sicht des VDR hat hierzulande eine bedenkliche PISA-Hörigkeit um sich gegriffen, die den Blick auf das Wesentliche verstellt: Auf guten Unterricht kommt es an.
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