Placebos helfen weder Schülerinnen und Schülern noch Eltern
"Das, was Kultusministerin Wolff heute als Nachbesserung bei G8 und Entlastung von Schülerinnen und Schülern der Öffentlichkeit vorgestellt hat, hat nicht einmal diesen Namen verdient", erklärte der Vorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel, in einer ersten Reaktion auf eine entsprechende Pressemitteilung aus dem Kultusministerium.
21.11.2007 Hessen Pressemeldung GEW HessenSo wie sie bereits vor Verabschiedung des Gesetzes die Warnungen der Eltern, der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte, die in kürzester Zeit über 70.000 Unterschriften gegen diese Schulzeitverkürzung gesammelt hatten, vor den inzwischen eingetretenen Folgen ignoriert hat, zeigt sie sich auch heute wieder ignorant gegenüber den realen Problemen.
Was nutzt eine Reduzierung der Anzahl der Nachmittage, die sowieso meist schon von den Schulen so vorgenommen wird, wenn dafür die Vormittage bis an die Obergrenze vollgestopft werden? Was sollen die Vorschläge mit den Doppelstunden, die doch heute bereits oft praktiziert werden, abgesehen davon, dass den Schulen wegen der extremen Stundenbelastung der Lehrkräfte in der konkreten Stundenplangestaltung kaum mehr Raum bleibt? Was nutzt die soundsovielte Ankündigung einer 'Lehrstoffverschlankung'?
"Der Versuch, jetzt den Schulen den schwarzen Peter für grundlegend falsche politische Entscheidungen zuzuweisen, macht erneut deutlich, was die Landesregierung unter 'Autonomie' versteht. Auch dies weisen wir mit aller Entschiedenheit zurück. Die Schulen haben bereits in der vergangenen Zeit alles Mögliche unternommen, um die negativen Folgen der politischen Entscheidungen wenigstens abzumildern", so Jochen Nagel weiter.
G8 ist der völlig falsche Weg, weil Bildung Zeit braucht, weil er Kinder krank macht, sie von sonstigen wichtigen Freizeitaktivitäten fern hält und auch das Familienleben enorm belastet. Da kann sich diese Landesregierung, in der Ministerpräsident Koch doch sonst gerne vom eigenständigen hessischen Weg spricht, auch nicht hinter anderen Bundesländern verstecken. Bereits das Nachbarland Rheinland-Pfalz geht einen ganz anderen Weg, der diese Belastungen von den Kindern und Familien fern hält.
Keine Kommentare vorhanden