Bayern

Realschul-Referendare und Studenten sorgen sich um Zukunft – große Lehrerarbeitslosigkeit befürchtet!

Bei der halbjährlichen Tagung der brlv-Fachgruppe "Studenten und Referendare" in Ingolstadt standen die Themen Einstellungszahlen und Lehrerbildung im Fokus. Mit sehr großer Skepsis sehen die Junglehrer ihre Zukunftschance in dem Beruf, auf den sich Tausende motivierte Männer und Frauen über sechs Jahre lang intensiv vorbereiten. "Auch wenn Kultusminister Dr. Spaenle im Zuge der Verhandlungen zum Nachtragshaushalt erfolgreich war", so Timo Koppitz, Leiter der Fachgruppe, "sehen wir im September 2012 Hunderte bestens qualifizierte Junglehrer ohne Beschäftigungsangebot. Deshalb rufen wir die Verantwortlichen dazu auf, weitere Stellen zur Verfügung zu stellen, zumal im Bereich der Realschule dringender Handlungsbedarf besteht."

20.03.2012 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Fakt ist: Die Junglehrer werden gebraucht. "Das Problem ist nur", so Koppitz, "dass es wie so oft an vier Buchstaben hängt: G E L D. Eine der wichtigsten Forderung ist und bleibt die Reduktion der Klassenstärke auf maximal 25 Schüler pro Klasse. Immer mehr Schüler brauchen aufgrund von ADS, ADHS, LRS und Legasthenie fast permanente Einzelbetreuung, das ist bei 30 Schülern und mehr im Alltag nicht zu stemmen. Immer mehr Schüler tragen zudem auch ´schwere Pakete` aus dem Privatleben mit sich herum, wachsen in schwierigen Familienverhältnissen auf, wo die Eltern eigentlich erst einmal ihre eigenen Probleme regeln müssten und die Schüler es als einzigen Fixpunkt sehen, in die Schule zu gehen. Von aktiver Mitarbeit und ständiger Konzentration kann da keine Rede sein." Die Lösung, meint Koppitz, sind deutlich mehr Einstellungen im Realschulbereich.

Natürlich wäre die Ganztagesschule eine Chance, diesen Problemen zu begegnen, doch ist die Einführung zu schleppend und die entsprechenden Rahmenbedingungen sind nicht gegeben. Qualifiziertes Personal kann häufig nicht finanziert werden und deshalb leiden mitunter eine kompetente, individuelle Betreuung und die Hausaufgabenhilfe.

Wir würden gerne die Schüler in jeder Stunde dort abholen, wo sie stehen, aber einen Marathon kann man eben nicht in einer Unterrichtsstunde laufen und das schon gar nicht sechsmal am Tag!

Timo Koppitz abschließend: "Für uns sind auch die aktuellen Feststellungen erschreckend, dass die Studentenzahlen trotz der auflaufenden Wartelistenzahlen und der Aufklärungsarbeit, die von unseren Studentensprechern an den Universitäten gemacht wird, noch immer nicht sinken. Deshalb möchten wir erneut dazu aufrufen, sich zu Beginn des Studiums sehr intensiv mit der Berufswahl Realschullehrkraft und den Anstellungschancen zu beschäftigen. Und selbstverständlich ist uns die Qualitätsentwicklung in der Lehrerbildung ein großes Anliegen. Dazu arbeiten wir an einem zukunftsfähigen Lehrerbildungskonzept, das dem Motto der bayerischen Realschule entspricht: "Beste Bildung in Bayern – nur mit uns"

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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