RLV: Forderung nach Einheitsschule zynisch und heuchlerisch
Es ist hinlänglich bekannt, dass der VBE NRW die allgemeine Sekundarschule will. Vor diesem Hintergrund überraschen die Ergebnisse der heute vorgestellten Umfrage nicht, im Gegenteil: Ein beträchtlicher Teil der Schulleiter und Lehrkräfte, die sich an der Umfrage beteiligt haben, dürften VBE-Mitglieder sein. "Die Repräsentativität dieser Umfrage darf angezweifelt werden. Damit die Forderung nach einer Einheitsschule zu begründen, erscheint argumentativ dünn", erklärt RLV-Vorsitzende Brigitte Balbach.
09.11.2009 Pressemeldung Verband Reale BildungFakt ist, dass die Hauptschule unter SPD-geführten Landesregierungen jahrzehntelang vernachlässigt wurde. Nun beklagen diejenigen, die die Akzeptanz und das Image der Hauptschulen systematisch untergraben haben, dass diese Schulform angeblich keine Zukunft mehr habe. Das ist zynisch und heuchlerisch. Die Landesregierung unternimmt in ihrer Qualitätsoffensive erhebliche Anstrengungen, um die Hauptschulen als wichtige Säule im gegliederten Schulsystem zu stabilisieren. Dass dies nicht über Nacht Erfolge zeitigt, sollte klar sein.
Indem sie Schülerinnen und Schülern mit teils schwierigen Voraussetzungen ein geschütztes Lernumfeld mit intensiver individueller Förderung bietet, ist die Hauptschule ein Garant und kein Hindernis für Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit. "In einer Einheitsschule würde dieses geschützte Lernumfeld wegbrechen. Stattdessen würden Hauptschüler in einen sinnlosen und höchstwahrscheinlich frustrierenden Konkurrenzkampf geschickt. Darum ist es wichtig, Hauptschulen zu stärken, statt sie durch fragwürdige Umfragen weiter zu schwächen", so Balbach.
Bei Rückfragen steht Ihnen die Vorsitzende des Realschullehrerverbandes NRW, Brigitte Balbach, zur Verfügung: Tel. 0211/1640971 oder mobil 0172/9018766.
- Stimmungsbarometer steht auf Veränderung
- Qualitätsoffensive Hauptschule braucht Zeit
- Demographischer Wandel setzt deutsches Schulsystem unter großen Druck
Keine Kommentare vorhanden