Rückwärtsreform des Schulgesetzes – Klug präsentiert Konfusionsmodell
"Politik muss sich an der Realität von heute orientieren. Der schwarz-gelbe Schulgesetz-Entwurf orientiert sich leider nur an der Realität von vorgestern", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zum Schulgesetz-Entwurf, den Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug heute (27.4.10) in Kiel vorstellte. Konkret kritisierte der GEW-Landesvorsitzende die Regelung zur gymnasialen Schulzeit und das Zurückdrängen des gemeinsamen Lernens an Gemeinschaftsschulen und Regionalschulen.
27.04.2010 Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinAls "bildungsfeindlich und unsozial" charakterisierte der GEW-Landesvorsitzende die Einführung von schulartbezogenen Klassen an Regionalschulen und Gemeinschaftsschulen. "Das richtet sich ganz klar gegen längeres gemeinsames Lernen aller Schülerinnen und Schüler an diesen Schulen. Das "heilige" dreigliedrige Schulsystem soll so durch die Hintertür wieder eingeführt werden." An die Stelle gleicher Bildungschancen trete wieder die viel zu frühe Sortiererei nach Klasse 4. Nicht hinnehmbar sei es auch, dass der Bildungsminister den Gemeinschaftsschulen quasi die Möglichkeit raube, selbst an großen Standorten Oberstufen einzurichten.
Harsch ging Matthias Heidn ebenfalls mit den konfusen Regelungen zur Dauer der gymnasialen Schulzeit ins Gericht. An die Stelle einer klaren Struktur trete Beliebigkeit. Die Schulen würden in unsinnige Konkurrenz zueinander gehetzt, weil sich die Landesregierung aus der Verantwortung stehle. "Leidtragende des Klugschen Konfusions-Modells (G-8, G-9, G-Y) werden Eltern, Schüler und Lehrkräfte sein. Schulleiterinnen und Schulleiter werden mit Eltern darum feilschen, wie lange die Schullaufbahn der Kinder dauert", prognostizierte Matthias Heidn. Geradezu "perfide" sei es, dass die Lehrerinnen und Lehrer mit einer Arbeitzeitverlängerung den Stellenbedarf für das Klugsche Konfusions-Modell bezahlen dürfen.
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