Medienkompetenz

Schon Schüler sensibilisieren

Sie sind mitnichten nur die digitale Form der früher so aufwändig gefalteten Straßenkarte: Karten-Apps auf dem Smartphone finden Adressen, zeigen Restaurants in der Nähe und navigieren uns – auch mit kommerziellen Absichten.

18.02.2020 Bundesweit Pressemeldung Universität Duisburg-Essen (UDE)
  • © UDE/Helena Atteneder

Wie Lehrer ihren Schülern einen kritischen Umgang mit digitalen Geomedien beibringen, damit beschäftigt sich das soeben gestartete Projekt „DiGeo“, an dem Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) beteiligt sind.

Längst bestimmen wir mit, wie wir unsere Umwelt sehen: In Online-Karten fügen wir Strandansichten ein, bewerten Sehenswürdigkeiten oder beurteilen deren Barrierefreiheit. Was früher Kartographen vorbehalten war, ist längst offen für alle. Doch wer die Angebote frei nutzt und mitgestaltet, muss auch mit den Schattenseiten leben: Konzerne verbinden kommerzielle Interessen mit unserem Nutzungsverhalten, verfolgen unsere Wege und ziehen ihre Schlüsse daraus: Wo sich unser Smartphone nachts befindet, wohnen wir mit ziemlicher Sicherheit. Führt unser Weg uns viermal die Woche zum Fitnessstudio, ist klar, welches Thema in personalisierter Werbung ankommt.

„Auf diese zwei Seiten von digitalen Geomedien muss die Schule Kinder vorbereiten“, meint UDE-Professorin Dr. Inga Gryl. „Dafür müssen zunächst einmal die Lehrkräfte das System durchschauen, um es ihren Schülern anschließend verständlich vermitteln zu können.“ Die Fachdidaktikerin für Sachunterricht an Grundschulen leitet das Teilprojekt, das sich mit dem reflektierten Umgang mit Geomedien beschäftigt. Die Gesamtkoordination von „DiGeo“ liegt bei der Goethe-Universität Frankfurt, weitere Teilprojekte werden in Köln und Frankfurt koordiniert. DiGeo ist im Januar gestartet und wird in den kommenden drei Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Als freies Lehrmaterial veröffentlichen

Gemeinsam entwickeln die Wissenschaftler ein didaktisches Konzept für die Nutzung digitaler Karten, das angehende Lehrkräfte für Grund- und weiterführende Schulen auf einen entsprechenden Unterricht vorbereiten soll. Parallel dazu erforschen sie, wie erfolgreich Lehrer und Schüler mit dem Material arbeiten können.

„Dieses Fachkonzept wird für drei Schulformen geeignet sein. Wir veröffentlichen es als freies Lehrmaterial, das heißt, jeder kann es kostenfrei nutzen.“ Dieser Aspekt der sogenannten Open Educational Resource ist Gryl besonders wichtig, da alle Hochschulen und Einrichtungen der Lehrerbildung es zudem individuell anpassen und in geänderter Form wieder teilen können. „Im digitalen Zeitalter ist diese Art der wissenschaftlichen Zusammenarbeit essenziell.“


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