didacta-Podcast

Schule der Zukunft: „Die Bedingungen dafür sind wirklich nicht gut“

KI im Klassenzimmer, digitale Abstinenz, die Rolle der Lehrkraft und die Frage: Wie viel Veränderung das Bildungssystem verträgt – und wie viel es braucht. In dieser Folge des didacta-Bildungspodcast verrät Diplom-Erziehungswissenschaftler Jöran Muuß-Merholz, wie Schule im Jahr 2035 aussehen könnte.

22.10.2025 Bundesweit Artikel Martin Stengel
  • Jöran Muuß-Merholz im Interview beim didacta-Podcast. © Hannah Birr, Agentur J&K Jöran Muuß-Merholz ist Diplom-Erziehungswissenschaftler, Co-Geschäftsführer der Bildungsagentur Jöran & Konsorten und selbst Bildungs-Podcaster.

Wie sieht Schule im Jahr 2035 aus? Genau dieser Frage ist Diplom-Erziehungswissenschaftler Jöran Muuß-Merholz in seinem Buch „Schule 2035 – Lernen nach Digitalisierung und KI“ an fünf Beispielen „aus der Zukunft“ nachgegangen. Im Gespräch mit Martin Stengel erzählt er, warum Zukunftsdenken kein Science-Fiction ist, sondern praktische Impulse für Schulentwicklung der Gegenwart liefert. Es geht um KI im Klassenzimmer, digitale Abstinenz, die Rolle der Lehrkraft und die Frage: Wie viel Veränderung das Bildungssystem verträgt – und wie viel es braucht.

Das Gespräch führte Martin Stengel am 15. September 2025.

Martin Stengel: Jöran, du hast über dein Buch selbst gesagt, dass es sicher nicht das erste Buch über die Zukunft der Bildung sei, aber dass es das erste Buch aus der Zukunft sei. Warum hast du dich für diese ungewöhnliche Perspektive entschieden?

Jöran Muuß-Merholz: Ich glaube, rückblickend war es eine Art Ausweichbewegung, weil mich schon länger die Frage beschäftigt, wie wir Bildung umgestalten, wie wir Schule anders denken können. Und in den letzten Jahren – also, für die Geschichtsbücher, wir zeichnen jetzt auf im September 2025 – war es nicht die Zeit, wo man dachte, das wird für dich alles einfacher und besser, mit Schulentwicklung und Weiterentwicklung von Lernen.

Und da habe ich gemerkt, dass es hilft, ein Stück weiter zu denken. Also nicht zu sagen: Was können wir morgen oder nächstes Jahr anders haben? Sondern: Wo wollen wir insgesamt hin? Ich habe das in einem anderen Buch von Florence Gaub gelernt. Die hat ein Buch geschrieben: „Zukunft: Eine Bedienungsanleitung“. Ich glaube, ich hätte mein Buch nicht geschrieben, ohne dass ich Florence Gaub vorher gelesen hätte, weil sie sehr überzeugende Argumente macht, warum es schon für die Gegenwart hilft, wenn man Zukunftsbilder und Zukunftsdenken übt.

In „Schule 2035“ porträtierst du fünf sehr unterschiedliche Schulszenarien von einer global vernetzten Reformschule bis zu einer streng digitalfreien Schule. Worauf basieren diese fünf unterschiedlichen Schulbilder?

Also, wir sind ja jetzt unter uns. Im Buch wirkt es ein bisschen so, als wären wir an exklusive Sachen gekommen, die das Zeit-Raum-Kontinuum sprengen – quasi ein zeitreisender Schulforscher oder sowas. Wenn man ein bisschen hinter die Kulissen guckt, dann ist tatsächlich nicht alles komplett neu ausgedacht, sondern basiert auf Dingen, die schon da sind oder Dingen, die man sich vorstellen kann.

Was mir aber wichtig ist: dass da natürlich auf der einen Seite viel Fantasie und Ausgedachtes drin ist. Aber andererseits ist mir auch sehr wichtig, dass tatsächlich die Entwicklung dahinter – sowohl sowas wie pädagogische Konzepte, politische Entwicklungen, aber auch Technologie – nicht irgendwie vollkommen Fantasie sind. Wie kann das aussehen, wenn das wirklich da ist, konsequent weiterentwickelt wurde oder bei technischen Dingen wirklich funktioniert? Es ist eher ein Zuende-Denken und kein Neu-Ausdenken gewesen. […]

Das komplette Gespräch finden Sie auf Spotify, Apple, Podcaster.de und Deezer.

Hier finden Sie eine Lesung von Jöran Muuß-Merholz aus seinem Buch „Schule 2035 – Lernen nach Digitalisierung und KI“ im Podcast edukativ.fm.



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