Umfrage

Schulleitungen wollen Schulen gestalten – nicht nur verwalten

Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet mehr Unterstützung für die Schulleitungen in Baden-Württemberg. Eine landesweite Umfrage zeigt, dass die Belastung der Schulleiter:innen dazu führt, dass sich zu wenig Personen für diese Funktionsstellen bewerben.

09.07.2025 Baden-Württemberg Pressemeldung GEW Baden-Württemberg
  • Erschöpfte Frau greift sich an die Nasenwurzel. © www.pexels.com Derzeit sind laut Kultusministerium 233 Stellen an den Schulen im Land nicht besetzt.

„Ohne engagierte Schulleiter*innen gibt es keine Schulentwicklung. Wenn wir wollen, dass Schule zukunftsfähig wird, brauchen Schulleitungen mehr Zeit, personelle Unterstützung und professionelle Begleitung. Am Ende dieser Wahlperiode ist noch nicht einmal das Schulleitungskonzept der ehemaligen Kultusministerin Susanne Eisenmann komplett umgesetzt worden und es fehlen weiter die versprochenen Schulverwaltungsassistenzen an den meisten Schulen. Auch die Schulträger müssen mehr dafür tun, dass zum Beispiel Schulsekretariate ausgebaut werden, damit Schule nicht nur verwaltet, sondern gestaltet werden kann,“ sagte Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwoch (09.07.) bei einer GEW-Pressekonferenz in Stuttgart.

Die Freiburger Forschungsstelle für Arbeitswissenschaften (FFAW) hat 2025 eine COPSOQ-Befragung (Copenhagen Psychosocial Questionnaire) mit über 1.400 Schulleitungsmitgliedern aus Baden-Württemberg durchgeführt. Schulleitungen nennen vor allem die Arbeitsmenge, emotionale Anforderungen wie Konflikte und die entgrenzte Arbeit als belastende Faktoren. Die Burnout-Gefahr wird nach den Ergebnissen der Studie als deutlich höher eingeschätzt im Vergleich zu Lehrkräften und zu vielen anderen Berufen.

“Gute Schulen brauchen eine starke Leitung. Und starke Leitung braucht professionelle Bedingungen. Ich keine Branche, in der so viele Leitungspositionen so lange unbesetzt bleiben wie an unserer Schulen. Ich würde mir wünschen, dass unsere Schulleitungsfunktionen so attraktiv sind, dass die Bewerber*innen Schlange stehen. Der Karriereschritt Schulleitung kommt für zu wenige Personen in Betracht. Schule ist auch ein Arbeitsplatz für Schulleitungen, die nicht verheizt werden dürfen, weil sie ihre Aufgaben so ernst nehmen, dass sie aus Rücksicht auf ihre Schulgemeinschaft für ihre eigenen Bedürfnisse nicht lautstark eintreten”, sagte Stein.

Die Bildungsgewerkschaft schlägt vor, dass Schulleitungen mindestens 14 Deputatsstunden Leitungszeit erhalten. Dies würde nur 125 zusätzliche Stellen kosten und besonders die vielen kleinen Grundschulen im Land stärken, an denen Leitungen mitunter auch das Toilettenpapier auffüllen und im Winter den Schnee räumen müssen, weil es dafür kein anderes Personal an der Schule gibt. Verwaltungsassistenzen will die GEW für alle Schulen im Umfang von mindestens einer 25-Prozent-Stelle pro Schule erreichen.

Derzeit sind laut Kultusministerium 233 Stellen an den Schulen im Land nicht besetzt. In der GEW sind über 1.000 Schulleitungen im Südwesten organisiert.

Ansprechpartner

GEW Baden-Württemberg

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