Kongress

Wege zur Stärkung bildungssprachlicher Kompetenzen

Kultusminister Lorz betont beim landesweiten schulischen Kongress „Gutes Deutsch – bessere Chancen!“ die Bedeutung von Sprachkompetenz: „Nur wer die deutsche Sprache beherrscht, kann dem Unterricht folgen und in der Schule erfolgreich sein."

04.11.2019 Hessen Pressemeldung Hessisches Kultusministerium
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"Deshalb ist das Erlernen der Bildungssprache Deutsch über alle Fächer hinweg wesentlicher Bestandteil unseres schulischen Angebots und entscheidend für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz vergangenen Samstag beim landesweiten schulischen Kongress, der unter dem Motto „Gutes Deutsch – bessere Chancen! Bildungssprachliche Kompetenzen erfolgreich stärken“ in der Goethe-Universität Frankfurt tagte. Der Kongress, auf dem sich mehr als 800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Schulleitungen, Lehrkräfte und ehrenamtlich an Schulen Tätige über neueste Erkenntnisse der Sprachförderung austauschten, lieferte wichtige Impulse zur systematischen Stärkung der Bildungssprache Deutsch im Unterricht. Er ist eingebettet in die diesjährige Präsidentschaft Hessens in der Kultusministerkonferenz, die die Vermittlung von Sprachkompetenz bundesweit in den Fokus rücken will. 

„Alle Schülerinnen und Schüler sollen entsprechend ihrer individuellen Begabungen und Bedarfe die notwendigen Kompetenzen erwerben, die nötig sind, um sich eine Meinung bilden zu können, ihre Persönlichkeit zu entwickeln und als vollwertige und mündige Mitglieder an unserer Gesellschaft teilzuhaben. Dazu ist Sprache der entscheidende Schlüssel“, so Lorz weiter. „In den Debatten rund um die Sprachfähigkeiten von Kindern konnte zuletzt der Eindruck entstehen, dass auf diesem Gebiet bisher wenig getan wurde. Fakt ist aber, dass wir bereits im Vorschulbereich die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder genau im Blick haben. Mit der im Koalitionsvertrag vereinbarten Einführung verpflichtender Vorlaufkurse knüpfen wir hieran an und bieten all jenen Kindern Unterstützungsmöglichkeiten, die noch sprachlichen Nachholbedarf haben.“ Auch die Einführung einer zusätzlichen Deutschstunde an Grundschulen, wie sie Hessen derzeit vorbereite, weise deshalb in die richtige Richtung. „Je früher wir mit der Sprachförderung der Kinder anfangen, desto besser“, ergänzte der Minister. 

Prof. Dr. Giulio Pagonis von der Universität Heidelberg und Martina Goßmann von der Hessischen Lehrkräfteakademie erläuterten im Hauptvortrag die Bedeutung der systematischen Stärkung der Textkompetenz am Übergang von der wegweisenden 4. Klasse in die weiterführende 5. Klasse. Das vor drei Jahren aufgelegte Fortbildungsprojekt TEKOM 4+5 hat hierzu ein entsprechendes Fortbildungskonzept entwickelt, das bereits rund 100 Lehrkräfte fortgebildet hat, zeitweise gemeinsam mit der Schulleitung, und das zukünftig ausgeweitet wird.

Vorlesen stärkt die Sprachkompetenz

Während an Schulen und in der Lehrerbildung auch dank der guten Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Kooperationspartnern bereits viel erreicht sei, blieben die Herausforderungen dennoch weiter hoch – wie etwa jüngste Zahlen zum abendlichen Vorlesen im Elternhaus zeigten, so Lorz. „Auch wenn das Vorlesen von entscheidender Bedeutung für den Spracherwerb von Kindern ist, liest ein beträchtlicher Teil der Eltern seinen Kindern nicht oder nur unregelmäßig vor. Einmal Versäumtes kann die Schule aber später nur noch schwer nachholen. Ich ermutige deshalb alle Eltern, Kindern wieder mehr vorzulesen und ihnen frühzeitig ein Gespür für Sprache zu vermitteln, sei es aus Büchern oder digital. Die gewonnenen Erkenntnisse auf diesem Kongress bestätigen uns darin.“


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