Berlin

Schulstart 2011/12

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner gab heute einen Ausblick auf das Schuljahr 2011/12 und informierte über Neuerungen, die mit dem Schulanfang in diesem Jahr greifen.

12.08.2011 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

321.740 Berliner Schülerinnen und Schüler starten an den allgemein bildenden Schulen in das neue Schuljahr. Ca. 26.620 Berliner Kinder sind davon Erstklässler, die am Samstag, dem 20. August 2011, ihre Einschulung feiern. Der wegen des vorgezogenen Schulbeginns starke Einschulungsjahrgang 2004/05 wechselt zum neuen Schuljahr in 7. Klassen der weiterführenden Schulen (3.802 Schülerinnen und Schüler bzw. 16,5% mehr als im Vorjahr). Für rd. 15.100 Kinder ist der Beginn des diesjährigen Schuljahres mit einem Wechsel auf die Integrierten Sekundarschulen verbunden, für rd. 11.600 auf die Gymnasien. An den grundständigen Zügen der Gymnasien, die mit der 5. Klasse beginnen, werden ca. 2.150 Schülerinnen und Schüler in das neue Schuljahr starten. Für die öffentlichen allgemein bildenden Schulen rechnet die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung mit 291.980 Schülerinnen und Schülern. Im Vorjahr waren es 291.930. Die Schülerzahlen an öffentlichen beruflichen Schulen werden in diesem Schuljahr voraussichtlich von 80.573 auf 78.290 Schülerinnen und Schülern sinken.

"Der erste Schultag bleibt ein Leben lang unvergessen. In die Schule zu kommen, ist eine Veränderung - nicht nur für die Kinder, sondern für die ganze Familie. Die ersten kleinen Pflichten stehen an, Aufgaben in der Schule und zuhause müssen erledigt werden, eine neue Umgebung erfordert neue Orientierung. Damit werden die Kinder selbständiger. Dem alten Spruch, dass nun ´der Ernst des Lebens beginnt´, begegnet heute ein modernes Bildungsverständnis, das sich bei der Wissensvermittlung die typische Neugier der Kinder zunutze macht. Dabei hilft die flexible Schulanfangsphase, das unterschiedliche Lerntempo durch individuelle Förderung den Bedürfnissen der Kinder anzupassen. Allen Berliner Schülerinnen und Schülern – und ganz besonders allen Erstklässlern – wünsche ich einen gelungenen Schulstart und allen Lehrkräften und Schulleitungen ein erfolgreiches Schuljahr 2011/12!", so Bildungssenator Zöllner.

Personalausstattung

Die Zahl der Stellen für Lehrerinnen und Lehrer ist von 25.822 im Jahr 2010 auf 26.118 in diesem Schuljahr gestiegen. Das Einstellungskontingent für das Jahr 2011 betrug 1.182 Stellen. Einige Auswahlverfahren laufen noch. U.a. wegen kurzfristiger Absagen wird es in der kommenden Woche weitere Einstellungsverfahren geben.

Zusätzlich ist es gelungen, erstmals auch für Erzieherinnen und Erzieher ein Einstellungskontingent einzurichten, das bis zu 290 Neueinstellungen ermöglicht. Dadurch sind im Schuljahr 2011/12 insgesamt 4.308 Erzieherinnen und Erzieher an den Berliner Schulen tätig. Zusätzlich werden 1.348 Erzieher/innen von freien Trägern an öffentlichen Schulen tätig sein.

"Die frühe Einigung auf einen von der Senatsbildungsverwaltung definierten Bedarf und die Möglichkeit, auch während des laufenden Schuljahres ausscheidende oder langzeiterkrankte Lehrkräfte kontinuierlich durch Neueinstellungen ersetzen zu können, hat die Organisation des neuen Schuljahres 2011/12 deutlich verbessert. Schulen waren frühzeitig informiert – meist schon vor den Sommerferien –, welches pädagogische Personal zum neuen Schuljahr eingesetzt werden kann. Diese vorausschauende Planung, die frühzeitige Ausschreibungen und Bewerbungsverfahren möglich gemacht hat, zeigt auch Erfolge im Wettbewerb um die besten Köpfe. Dies ist unverzichtbar für ein nachhaltiges Personalmanagement im Sinne der Berliner Schulen!" so Bildungssenator Zöllner.

Umsetzung der Schulstrukturreform

Das neue zweigliedrige Berliner Modell hat über Länder- und Parteigrenzen hinweg Anerkennung und Nachahmer gefunden: Kernelement der Reform ist die Ablösung des alten dreigliedrigen Systems durch ein zweigliedriges, das die Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen durch die Verringerung der Abhängigkeit des Bildungserfolges von der sozialen Herkunft erhöht. Alle Bildungsabschlüsse bis zum Abitur sind sowohl über die neuen Integrierten Sekundarschulen (ISS) als auch die Gymnasien erreichbar. Der im vergangenen Jahr begonnene Prozess der Umwandlung ehemaliger Haupt-, Real- und Gesamtschulen in neue ISS zeigt Erfolg und wird konsequent fortgeführt. Nachdem bereits zum letzten Schuljahr die überwiegende Mehrheit der Schulen gestartet ist, werden nun fünf Realschulen und vier Gesamtschulen zum Schuljahr 2011/12 in Integrierte Sekundarschulen umgewandelt und bieten ein der Schulstrukturreform entsprechendes erweitertes Bildungsangebot. Damit verfügt Berlin im Schuljahr 2011/12 insgesamt über 118 weiterführende Schulen in der Form der Integrierten Sekundarschule.

Mit der Einführung der Integrierten Sekundarschulen wurden auch verbindliche Kooperationen zur Verbesserung der Übergänge im Bildungssystem insgesamt von den Kitas über die Grundschulen, die Schulen der Sekundarstufen I und II bis zu den beruflichen Schulen entwickelt. Verbindliche Kooperationen zu Oberstufenzentren sichern auch an den ISS, die über keine eigene gymnasiale Oberstufe verfügen, den Weg bis zum Abitur nach in der Regel 13 Schuljahren ab.

Die Weiterentwicklung des Ganztagsbetriebes an den Integrierten Sekundar- und Gemeinschaftsschulen sowie an den Ganztagsgymnasien wird mit großem Engagement von den Schulen und ihren außerschulischen Partnern vorangetrieben. Mit dem Aufwachsen der Jahrgänge und den damit verbundenen höheren Ressourcen können die Schulen ihre Kooperationen vertiefen und ausbauen. Inzwischen verfügt Berlin auch über zwölf Ganztagsgymnasien. Von den 118 ISS arbeiten 58 als gebundene, 40 als teilgebundene und 20 als offene Ganztagsschulen.

Die frühzeitige systematische Berufsorientierung von der 7.-10. Klasse ist über das Duale Lernen und die Einführung des Faches "Wirtschaft-Arbeit-Technik" an den Integrierten Sekundarschulen weiter verbessert worden. Durch die enge und systematische Zusammenarbeit mit den Verbänden der Berliner Wirtschaft ist es gelungen, dass inzwischen alle Integrierten Sekundarschulen über eine oder mehrere Kooperationen mit Berliner Unternehmen und Betrieben jeglicher Größen-ordnung verfügen. Insgesamt sind es 245 eingetragene Partnerschaften.

Zum Schuljahr 2011/12 kam für den Übergang in die Klasse 7 an ISS und Gymnasien erstmals das neue Aufnahmeverfahren zur Anwendung. Die Eltern konnten dabei wie bisher entscheiden, ob ihr Kind eine ISS oder ein Gymnasium besuchen soll. Erstmalig konnten die Schulen, die mehr Anmeldungen als Schulplätze hatten, bis zu 70 Prozent ihrer Schülerinnen und Schüler nach von der Schulkonferenz (Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer) selbst festgelegten Kriterien auswählen. 30 Prozent der Plätze wurden durch Losentscheid vergeben.

Das neue Aufnahmeverfahren hat sich bereits im ersten Jahr bewährt: Durch die gute Kooperation der bezirklichen Schulträger, der Schulen und der Senatsbildungsverwaltung sowie durch einheitliche Verfahrensweisen zu Terminierungen und Veröffentlichung von Informationen ist es gelungen, Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie alle am Prozess Beteiligten gut vorzubereiten, damit das Auswahlverfahren im Sinne der Schülerinnen und Schüler verläuft. So konnten bereits im April 22.512 Erstwünsche und 2.393 Zweit- und Drittwünsche von insgesamt 26.787 Anmeldungen erfüllt werden, was einer Quote von 93 Prozent entspricht (an Gymnasien sogar 96 Prozent). In der Folgezeit konnte in enger Abstimmung von bezirklichen Schulträgern und der Schulaufsicht in weiteren Fällen noch ein wunschgemäßer Schulplatz gefunden werden.

Bildungssenator Zöllner: "Mein Dank für die gesamte positive Umsetzung unter erschwerten Bedingungen gilt allen, die an diesem Verfahren beteiligt waren."

Wie jedes Jahr gibt es aber auch Einzelfälle, in denen vom bezirklichen Schulträger unter Berücksichtigung altersangemessener Schulwege eine aufnahmefähige Schule zugewiesen werden musste. Zum Schulstart wissen alle Kinder, welche Schule sie besuchen werden. Entgegen anders lautender Meldungen ist der Anteil der Verfahren, die das Aufnahmeverfahren betreffen, vor dem Verwaltungsgericht zurückgegangen. Trotz 16,5 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler als im Vorjahr ist deren Anzahl nahezu gleich geblieben (Stand 8. August 2011: 143 Verfahren gegenüber 147 im Schuljahr 2010/11). Das Verwaltungsgericht Berlin hat die neue Aufnahmeregelung in einer Grundsatzentscheidung vom 1. August 2011 (VG 14 L 217.11) als transparentes und rechtsstaatliches Verfahren gebilligt.

Umsetzung des Qualitätspakets

Im vergangenen Schuljahr mündete ein breit angelegter Diskussionsprozess zur Verbesserung des Schulbetriebs in der Vorstellung des Qualitätspakets für Kita und Schule. Viele Einzelmaßnahmen gingen aus ihm hervor, die mit dem Start in das neue Schuljahr eingeführt werden. Zum neuen Schuljahr sind insbesondere folgende Maßnahmen hervorzuheben:

  • die Einführung des Grundwortschatzes
  • das konsequente Vorgehen gegen Schulschwänzen
  • der Start von Fachcoaches an den Schulen
  • der Start der Berufseingangsphase für alle neu eingestellten Lehrkräfte
  • die verbindliche Einführung des Selbstevaluationsportals

(Siehe Anhang rehte Spalte: Alle Maßnahmen, die im Schuljahr 2011/12 beginnen.)

"Unabhängig von den sicher wichtigen Rahmenbedingungen bedarf es eines systematischen Qualitätsmanagements an allen Schulen. Denn jede Lehrkraft, jede Schulleitung, jede Schulaufsicht und der jeweils zuständige Senator sind mitverantwortlich für die Stärken und Schwächen des Systems und müssen diese hinterfragen, gegensteuern und erneut überprüfen", so Bildungssenator Zöllner.


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