Schulstruktur: GEW und Bildungsministerin finden keine gemeinsame Linie

Keine gemeinsame Linie für die zukünftige Gestaltung der Schulstruktur in Schleswig-Holstein haben die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave gefunden.

12.10.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Unsere Schulprobleme lassen sich nur mit einer Schule für alle und höheren Investitionen in die Bildung lösen", sagte der kommissarische GEW-Landesvorsitzende Jan Nissen nach einem Gespräch mit der Bildungsministerin am Donnerstag, 12. Oktober 2006, in Kiel. Da die Landesre-gierung durch die Einführung von Regionalschulen die Sonderstellung der Gymna-sien zementiere, habe sie die Chance für einen Paradigmenwechsel im schleswig-holsteinischen Schulsystem verpasst. Die GEW lehne daher den Entwurf für ein neu-es Schulgesetz ab.

Nur eine gemeinsame Beschulung in Grundschule, Orientierungs- und Mittelstufe sei in der Lage, den allseits bekannten Problemen, wie zum Beispiel ungleichen Bildungschancen und zu vielen Schülern ohne Abschluss, zu begegnen und auch die gymnasiale Oberstufe zu stärken, so Jan Nissen. Als "völlig unsinnig" bezeichnete er die von der Landesregierung geplante Überführung der Gesamtschulen in Gemein-schaftsschulen. "Wer längeres gemeinsames Lernen stärken will, muss zunächst aus Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien Schulen für alle machen. In den Ge-samtschulen gibt es ja schon jetzt längeres gemeinsames Lernen aller Kinder und Jugendlichen."

Der kommissarische GEW-Landesvorsitzende brachte ebenfalls seine Sorge zum Ausdruck, dass die Veränderungen in den Schulen zu Lasten der Lehrkräfte gingen. "Ich habe die Bildungsministerin im Gespräch davor gewarnt, die Schulreform auf den Rücken der Lehrerinnen und Lehrer vorzunehmen. Es reicht nicht, individuelle Förderung zur Maxime im Schulgesetz zu erheben, ohne wesentlich mehr Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler bereit zu stellen." Auch die Mittel für die Fortbil-dung der Lehrerinnen und Lehrer müssten in großem Umfang aufgestockt werden.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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