Schulzeitverlängerung und Hochschulzugang für alle sind bildungspolitische Irrwege!
Auf Ablehnung des Philologen-Verbandes stößt das vom Realschullehrerverband vorgestellte Konzept, wonach Realschulen 2 Jahre und Aufbauschulen als Zusammenlegung von Haupt- und Gesamtschulen um 3 weitere Schuljahre aufgestockt werden sollen.
12.06.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)Eine gegen europäische Entwicklungen gerichtete Verlängerung von Bildungs- und Ausbildungszeiten ist nicht im Interesse der Eltern und Schüler. Gerade Hauptschulen benötigen einen möglichst frühen Kontakt zur Berufswelt.
Es ist lebensfremd, künftig allen Schulen als Bildungsziel den Hochschulzugang zu verordnen. Es ist unverständlich, wie man dabei den unterschiedlichen Neigungen, Fähigkeiten und Begabungen gerecht werden will. Eine Folge wird die völlige Entwertung von Schulabschlüssen sein.
"Wir halten die Vorschläge für nicht überzeugend und für den falschen Weg. Die wünschenswerte Ausschärfung der Profile erreicht man nicht über Angleichung und Anpassung der Schulformen untereinander", kritisiert der Vorsitzende des Philologen-Verbandes, Peter Silbernagel. "Eine Entwertung des Abiturs wird der Philologen-Verband ohnehin bekämpfen!"
Auch darf man nicht ausblenden, dass Hauptschulen in Nordrhein-Westfalen verfassungsmäßig gesichert sind. Diese Verfassungsgarantie für die Hauptschule wird durch eine Aufbauschule nicht mehr erfüllt.
Entscheidend ist nach Auffassung des Philologen-Verbandes, endlich eine qualitätsorientierte Schulpolitik umzusetzen. Gerade rückläufige Schülerzahlen geben die Chance, statt in aufgeblähten Schulzentren künftig in "Schulen mit Normalgröße" und mit kleineren Klassen und Kursen Unterricht anzubieten. "Fragwürdige Strukturänderungen leisten keinen sinnvollen Beitrag zur nachhaltigen Qualitätssteigerung der Schule", so Peter Silbernagel.
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