Hausaufgaben

Sind Hausaufgaben an Ganztagsschulen zeitgemäß?

Hausaufgaben und Ganztagsschule – passt das zusammen? Das Thema Hausaufgaben bewegt in Schule und Familien alle gleichermaßen: Schülerinnen und Schüler klagen über sehr hohe zeitliche Belastung. Zuhause sind die Hausaufgaben oft Reizthema Nummer Eins. Hausaufgaben haben auch an Ganztagsschulen noch nicht ausgedient. Während einige Ganztagsschulen Hausaufgaben durch individuelle Lernzeiten ersetzen, haben andere Schulen Betreuungszeiten für die Hausausaufgaben.

16.04.2013 Pressemeldung Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS)

Der Verzicht auf das heimische Nacharbeiten und Üben führt zu mehr Chancengerechtigkeit und individueller Förderung – darüber sind sich viele Experten einig. Ganztagsschulen bieten die Möglichkeit, durch das Mehr an Zeit Lehr- und Lernprozesse erfolgreicher zu gestalten, wenn sie Hausaufgaben als individuelle Lernzeiten in den Schulalltag integrieren. Welche Bedeutung haben solche Lernzeiten für den Lernerfolg? Wie sehen erfolgreiche Hausaufgabenkonzepte aus und welche guten Beispiele gibt es für individuelle Lernzeiten? Mit diesen Fragen setzen sich heute ca. 160 Vertreterinnen und Vertreter aus Ganztagsschulen, Bildungsverwaltung und Wissenschaft beim 4. Transferforum "Von Hausaufgaben zu individuellen Lernzeiten" in Düsseldorf auseinander. Ziel der jährlich stattfindenden Transferforen ist es, eine Brücke zu schlagen zwischen den Anforderungen und Entwicklungsfragen der Ganztagsschulen, der Bildungsverwaltung und Befunden aus der Wissenschaft.

Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen, eröffnet das 4. Transferforum. "Die Integration von Hausaufgaben in das Gesamtkonzept der Schule ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Organisationsmodelle und alternativer Rhythmisierungen. Das Einbinden der Hausaufgaben im Rahmen von Lernzeiten schafft mehr Freizeit für Kinder und Jugendliche und eröffnet neue Zeiträume, die zur gezielten individuellen Förderung aller Schülerinnen und Schüler genutzt werden können", so die Ministerin.

"Hausaufgaben gehören in unserem Schulsystem für viele zur Schule wie die Tafel zum Unterricht: unhinterfragbar, schon immer da gewesen, auch zukünftig vorhanden. Eine Ganztagsschule kann aber mit integrierten Übungsphasen (Lernzeiten) kreative und selbständige Formen des Übens möglich machen und diese sinnvoll und individuell auf Schülerinnen und Schüler zuschneiden", sagt die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Britta Kohler, die den Hauptvortrag auf dem Forum hält.

Ganztagsschulen können gerechtere Bildungschancen schaffen – auch durch sogenannte individuelle Lernzeiten im Unterrichtstag. "Nicht alle Kinder und Jugendlichen erhalten zu Hause die Unterstützung, die sie benötigen. Mit Phasen des selbständigen Lernens, die von Pädagogen betreut werden, bekommen an Ganztagsschulen alle die Chance, individuell gefördert zu werden – unabhängig von den Möglichkeiten ihrer Eltern", sagt Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.

Die Fachtagung wird von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung im Rahmen des bundesweiten Ganztagsschulprogramms Ideen für mehr! Ganztägig lernen. veranstaltet und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds finanziert. Weitere Informationen finden Sie unter: www.ganztaegig-lernen.de


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