SPD-Polemik diffamiert Gymnasien, Eltern und Lehrkräfte

Mit scharfen Worten weist der Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen die Angriffe von SPD, GRÜNEN und GEW auf die Gymnasien als scheinheilige und durchsichtige Manöver zurück. Die Gegner der Schulwahlfreiheit nutzen die Kritik an der Umsetzung der Schulzeitverkürzung dazu, zur Frontalattacke gegen Schulvielfalt in Nordrhein-Westfalen zu blasen.

22.02.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)

Dabei greift die SPD tief in die Kiste der Vorurteile und Plattitüden, wenn sie in Landtagsdebatten suggeriert, das Gymnasium sei eine ´alte Paukschule´ bzw. ´elitäre Lehranstalt´.

Wer selbst als Alternative die Gemeinschaftsschule bzw. die ´Schule für alle´ als Kinderparadies verspricht, besitzt keinerlei Glaubwürdigkeit und sollte sich mit Ratschlägen zurückhalten.

"Die rüden und unverschämten Beschimpfungen entlarven die SPD selbst. Sie nämlich hat beschlossen, auch gegen Eltern- und Schülerinteressen das Gymnasium abzuschaffen. Die Auseinandersetzung zeigt, dass das Thema ´Schulzeitverkürzung´ zu wichtig ist, als es den Schulpolitikern alleine zu überlassen", stellt Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes, fest. Daher haben am 09.02.2008 Eltern, Schulleiter und der Philologen-Verband gemeinsam mit dem Schulministerium erste praxisorientierte Korrekturen bei der Umsetzung der Schulzeitverkürzung in NRW beschlossen (www.phv-nw.de/inhalt/index.php?option=com_content&task
=view&id=762&Itemid=160
).

Natürlich darf die Opposition diese Vereinbarung als ´Billiglösung´ abqualifizieren. Allerdings werden weder Eltern noch Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte den von SPD, GRÜNEN und der GEW veranschlagten Wucherpreis der Einheitsschule – so der Philologen-Verband – nicht zahlen.

"Der ´Patient Gymnasium´ wird wegen eines ärgerlichen Reizhustens behandelt. Keineswegs trifft es zu, dass er sich auf der Intensivstation aufhält. SPD und GRÜNE haben selbst vor Jahren die Schulzeitverkürzung in NRW beschlossen. Gleichzeitig betätigten sie sich als gesundheitliche Scharlatane, da sie die Amputation eines kompletten Oberstufenjahres festlegten, die Stundentafel auf Einheitlichkeit schalteten und über die Einheitsschulaufsicht die Schulvielfalt einebnen wollten. Damit wäre nicht nur den Gymnasien, sondern dem gesamten Schulwesen in Nordrhein-Westfalen schwerer Schaden zugefügt worden", ruft Peter Silbernagel in Erinnerung.

Die von Gegnern des Gymnasiums versprochenen Medikamente der Stundenkürzung, Fächerstreichung und unkontrollierten Fächerausdünnung lösen kein Problem, sondern schaffen neue. Mit dieser Behandlung sind Risiken und Nebenwirkungen unkalkulierbar, so der Philologen-Verband. Der Verband sieht die Vereinbarung mit dem Schulministerium als Zwischenergebnis. Er kämpft mit Nachdruck für mehr Lehrerstellen an Gymnasien, die wegen des Ganztagsbetriebs erforderlich sind. Er fordert ebenso mehr Entlastung für Lehrerinnen und Lehrer, nicht zuletzt wegen der gewachsenen arbeitszeitlichen Beanspruchung infolge der Schulzeitverkürzung und der hohen Korrekturbelastungen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden