Staatsministerin Böhmer zu den Ergebnissen des Ländervergleiches Pisa 2006-E

Staatsministerin Maria Böhmer, Beauftrage der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, stellt zu den heute veröffentlichten Ergebnissen des Ländervergleiches Pisa 2006-E fest:

18.11.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

"Ich freue mich darüber, daß sich die Leistungsschere zwischen den Ländern schließt. Trotz Verbesserungen auf einzelnen Feldern bleibt der Befund aus der neuen Pisa-Studie aber für Jugendliche mit Migrationshintergrund alarmierend: Sie erreichen nur ein deutlich niedrigeres Kompetenzniveau als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Der durchschnittliche Rückstand bei einem fünfzehnjährigen Schüler aus einer Zuwandererfamilie beträgt rund zweieinhalb Jahre (73 Punkte), bei der mathematisch-naturwissenschaftlichen Kompetenzentwicklung können es bis zu vier Schuljahre sein. Das kann nicht tatenlos hingenommen werden."

Besonders deutlich fällt die Disparität auf für Jugendliche, deren Eltern beide im Ausland geboren wurden. Auch bei Pisa 2006 ist zu beobachten, dass Jugendliche der so genannten "Zweiten Generation", die in Deutschland aufgewachsen sind, zum Teil schlechter oder gleich abschneiden wie Jugendliche der "Ersten Generation", die im Verlauf ihres Lebens nach Deutschland eingewandert sind.

Mit schlechteren Bildungsergebnissen steigt die Gefahr, in der Schule zu scheitern. "Ohne Schulabschluß, keine Ausbildung. Ohne Ausbildung, keine Arbeit. Diese Spirale müssen wir beenden. Wir geben keine Schülergeneration verloren", sagte Böhmer.

"Bildung ist der Schlüssel für Integration. Und Verbesserungen in der Bildung erreichen wir nicht ohne Erfolge in der Integration. Nur wer eine gute Bildung und Ausbildung hat, kann die Chancen, die unser Land bietet, auch nutzen. Zugleich können wir die Probleme unseres Bildungssystems nur durch eine bessere Sprachförderung, Bildung und Ausbildung der Migrantinnen und Migranten lösen", betonte Böhmer.

Die Länder haben 2007 im Nationalen Integrationsplan weitreichende Selbstverpflichtungen zur Verbesserung der Schul- und Bildungssituation von Migranten abgegeben. Als zentrale Punkte der Initiative hob die Staatsministerin neben der verbindlichen Einführung von Sprachstandstests und Sprachförderung sowie der Halbierung der Schulabbrecherquote bis 2012 die Intensivierung der Elternarbeit und die verstärkte Gewinnung von pädagogischem Personal mit Migrationshintergrund hervor.


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