Reaktion

Stellungnahme: "Inklusion an Schulen"

„Wir wissen, dass es nach der Verankerung der Inklusion im Schulgesetz vor fünf Jahren im­mer noch viel zu tun gibt und dass wir weiterhin in die bestmögliche Förderung für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf investieren müssen“, so Kultusministerin Dr. Susanne Eisen­mann zur forsa-Umfrage des VBE Baden-Württemberg zur ‚Inklusion an Schulen‘.

09.11.2020 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
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Die Schulen erhalten vom Land Unterstützung, damit sie den eingeschlagenen Weg erfolgreich gehen können. Das Land hat etwa mit der Praxisbegleitung zur Unterstützung der Lehrkräfte bei der Inklusion ein flächendeckendes Unterstützungsangebot aufgebaut. Rund 70 Lehrerinnen und Lehrer aus allen Schularten bieten bereits im Vorfeld der Einrichtung eines inklusiven Bildungsangebots schulinterne Fortbildungen und intensive Beratung an. „Seit 2015 haben wir außerdem bereits über 1.000 zusätzliche Stellen für die Umsetzung der Inklusion geschaffen. In diesem Schuljahr waren es rund 160 zusätzliche Stellen, weitere werden bis zum Endausbau noch hinzukommen“, ergänzt Eisenmann.

Das Ergebnis, dass gemäß der Umfrage des VBE nur 15 Prozent der Schulen vollständig barrierefrei seien, sei ernüchternd, so Eisenmann. „Das kann uns nicht zufriedenstellen. Sicherlich sind hier zunächst die Schulträger in der Verantwortung, allerdings werden die Gelder, die wir seit 2015 für inklusionsbedingte Schulumbauten zur Verfügung stellen, nicht vollständig abgerufen. Hier müssen wir gemeinsam mit den Schulträgern nachjustieren“, sagt die Kultusministerin. Das Land finanziert inklusionsbedingte Schulumbauten, wenn diese durch die Schulaufsicht veranlasst werden, bis zu 100 Prozent.

Besonders erfreulich für sie sei, dass die Arbeit in den sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren von den Lehrkräften allgemein wertgeschätzt werde. „Hier wird wirklich tolle Arbeit geleistet“, so die Ministerin. Gegen den Fachkräftemangel im sonderpädagogischen Bereich hat die aktuelle Landesregierung Gegenmaßnahmen ergriffen und beispielsweise die Studienplätze für das Lehramt Sonderpädagogik erhöht. Kurzfristig wurden auch Lehrgänge für den Wechsel von Haupt- und Werkrealschullehrkräften an sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren ermöglicht, wodurch über 700 zusätzliche Lehrkräfte für die Sonderpädagogik gewonnen werden konnten.

Eisenmann erinnert daran, dass Inklusion nur gelingen kann, wenn alle Beteiligten daran mitwirken. „Neben den Lehrkräften und den Schulleitungen, sind auch die Eltern, die Schulträger, die Stadt- und Landkreise sowie die Schulverwaltung gefragt. Diese Arbeitsstrukturen, zwischen der Schulverwaltung, unseren Schulen, den SBBZ und Partnern auf der kommunalen Ebene verstetigen sich und werden ausgebaut. Das ist sehr positiv und das unterstützen wir auch durch den Einbezug aller Beteiligten und deren Sichtweisen in unserem Vorgehen“, sagt die Kultusministerin.


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