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Unterricht in Zeiten von Corona

Bildungsforscher geben Hinweise für Lehrkräfte, wie Schüler unter Pandemiebedingungen erfolgreich lernen können.

20.10.2020 Bundesweit Pressemeldung Albert-​Ludwigs-Universität Freiburg
  • © Alexandra Koch / pixabay.com

Lernziele formulieren, Bezüge zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler herstellen, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernprozess fördern: Diese und weitere Empfehlungen für Lehrerinnen und Lehrer haben Prof. Dr. Thamar Voss und Prof. Dr. Jörg Wittwer vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Freiburg aus Erkenntnissen der Unterrichts- und Instruktionsforschung abgeleitet, um die Frage zu beantworten,  wie ein erfolgreicher Unterricht unter Pandemiebedingungen gelingen kann. Ihre Ergebnisse haben sie in der Fachzeitschrift „Unterrichtswissenschaft“ veröffentlicht.

Wie Voss und Wittwer ausführen, können Lehrer maßgeblich dazu beitragen, dass ihre Schüler auch im häuslichen Umfeld effektiv lernen. Eine wesentliche Rolle spielen klare Lernziele, die vorgeben, was die Schüler nach dem Lernen können sollen. Materialien und Übungsaufgaben sind auf diese Ziele hin abzustimmen. Motivierend wirkt außerdem, wenn Aufgaben und Arbeitsblätter so gestaltet sind, dass Relevanz und Nutzen der Lerninhalte für die persönliche Lebenswelt ersichtlich werden. Beispiele in Erklärungen helfen, abstrakte Konzepte besser zu verstehen. Eine aktive Auseinandersetzung mit dem Stoff kann beispielsweise erfolgen, indem die Schüler ihn visualisieren, ein Lerntagebuch führen oder sich gegenseitig Erklärungen geben – wobei Formen der Gruppenarbeit zugleich die Motivation fördern.

Wichtig ist für die Schüler darüber hinaus, dass die Lehrer sie beim Lernen konstruktiv unterstützen. Hilfreich sind unter anderem gut strukturierte Tages- und Wochenpläne oder direkte Rückmeldungen zu den Lernergebnissen, etwa in Form von Musterlösungen oder individuellem Feedback. Ebenso empfehlen die Forschenden den Lehrkräften, die Eltern über deren Rolle zu informieren: Eltern sollten ansprechbar bei Problemen sein, zugleich jedoch nicht zu viel eingreifen und kontrollieren.

Der Ruf nach mehr Digitalisierung allein ist indes nicht hilfreich, wie Voss und Wittwer ausführen. Lehrer können zwar digitale Lerntools nutzen, um etwa Erklärungen multimedial zu gestalten oder Feedback zu geben, und auch Schülern können sie neue Möglichkeiten eröffnen, sich mit Lerninhalten vertieft auseinanderzusetzen. Entscheidend bleibt aber, dass auch diese Werkzeuge didaktisch so eingesetzt werden, dass sie den individuellen Lernprozess optimal unterstützen.


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