VBE: Armutszeugnis für Landesregierung
Auf Unverständnis stößt beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, dass die Landesregierung nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten künftig lediglich Gymnasiasten nachmittags bei den Hausaufgaben helfen lassen will, nicht jedoch den Haupt-, Real- und Sonderschülern. Damit habe sich das Land selber ein Armutszeugnis ausgestellt, moniert der VBE-Sprecher.
13.06.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergGymnasiasten respektive deren Eltern wählen diese Schulart und die damit verbundene Belastung selber, auf die Hauptschule muss man jedoch gehen. Seit Jahrzehnten wird versucht, die Hauptschule aufzuwerten; dabei hat man vor allem deren leistungsstärkere Schüler im Visier, denen man zusätzliche Lernanreize und Aufstiegschancen bieten möchte. All den Schwachen, Lustlosen und Benachteiligten wird dagegen nicht nur nach Auffassung des VBE viel zu wenig Unterstützung zuteil.
Warum ausgerechnet Gymnasiasten, die meist aus sozial und finanziell eher weniger benachteiligten Familien kommen, nun auf Kosten der Landesregierung bei den Hausaufgaben geholfen werden soll und den Hauptschülern nicht, ist nur sehr schwer zu verstehen. Gerade die Kinder, die daheim häufig keine oder zu wenig Unterstützung erfahren, werden nun auch von der Landesregierung bei der Hausaufgabenhilfe im Stich gelassen. Es wäre sinnvoller gewesen, wenn aus finanziellen Gründen nicht allen bei den Hausaufgaben Hilfe gewährt werden konnte, wenigstens bei den Schülern anzufangen, um die sich sonst nur sehr wenige kümmern. Jetzt das Füllhorn über die Gymnasiasten auszuschütten, findet dort zwar sicher Zustimmung, lässt aber alle anderen den Kopf schütteln.
Wieder einmal wird das Gymnasium aufgewertet und zur eigentlichen "Haupt"-Schule gemacht. Über dramatisch weiter zurückgehende Schülerzahlen an der einstigen Hauptschule braucht man sich wirklich keine Gedanken mehr zu machen. Die Landesregierung tut alles, damit die Hauptschulen mangels Schüler noch schneller aufgelöst werden können. Die Probleme dieser Schüler werden jedoch weiter bestehen bleiben.
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