VBE: Fächerverbünde benachteiligen Hauptschüler

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt es, dass die FDP-Bildungspolitikerin Birgit Arnold die Benachteiligung der Hauptschüler durch die 2004 erfolgte Zusammenlegung sämtlicher "Neben­fächer" zu Fä­cherverbün­den deutlich macht. Weder am Gymnasi­um noch an der Realschule wurden Musik, Sport und Kunst zu dem "Ein­topf­fach MSG" zusammenge­mixt. Wer einen Wechsel der Schüler nach der Mul­ti­la­teralen Versetzungsordnung (MVO) auch nach der Grundschulempfeh­lung weiterhin ermög­lichen will, darf eine Schulart nicht derart benachteili­gen.

20.01.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Mit den größten Veränderungen in der Stundentafel mussten nach der Bildungs­planreform 2004 die Hauptschulen fertig werden. Deutsch, Mathematik, Eng­lisch und Religion standen nicht zur Disposition; aber alle übrigen Unterrichts­fä­cher wur­den zu vier Fächerverbünden zusammenge­fasst. An den Realschulen wurden lediglich zwei neue Fächerverbünde eingerichtet, an den Gymnasien gab es so­gar nur einen Verbund. Während eine Zusammenlegung der Fächer Biolo­gie, Che­mie und Physik zu "NWA" (Naturwissenschaftliches Arbeiten) an den Real­schulen und zu "MNT" (Materie, Natur, Technik) an den Hauptschulen durch­aus einleuch­tend und zweckmäßig erschien, rief die Zwangszusammenfüh­rung von Musik, Sport und Bildende Kunst an der Hauptschule (und nur dort!) zum neuen Unter­richtsfach "MSG" (Musik, Sport, Gestalten) bei Lehrern, Eltern und Schü­lern Kopfschütteln hervor.

Wenn man den Fächerverbund nun nach der rei­nen Lehre unterrichtet, leiden seitdem nicht nur die fachlichen Basiskompeten­zen unter dieser Zwangs­vermäh­lung, sondern auch die differenzierten Schü­ler­bewertungen. Insgesamt sind Fächerverbünde für die wenigsten Schüler moti­vierend, keinesfalls leistungsför­dernd und erschweren zusätzlich den Wechsel an die Real­schule.

Da nach einer Intervention des Landtags jetzt die beste Note (die es ja eigentlich gar nicht gibt!) aus dem Fächerver­bund MSG im Zeugnis zusätzlich ausge­wie­sen werden muss und nur diese Einzelzensur ver­setzungsrelevant ist, sollte man schnellst­möglich zugeben, dass es ein Fehler war, interdisziplinär arbeiten zu wol­len, wo es wenig sinnvoll ist, und die Benachteiligung der Hauptschüler ge­genüber den Schülern anderer Schularten umgehend rückgängig machen.


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