VBE fordert erneut ständige nordrhein-westfälische Bildungskonferenz

"Der außerordentliche FDP-Landesparteitag hat mit seinen Beschlüssen zur Schul- und Bildungspolitik zumindest deutlich gemacht, dass die Frage der Schulstruktur nun auch für die FDP kein Tabu mehr ist. Offenbar erkennt auch die FDP allmählich, dass äußere und innere Schulreform zwei Seiten einer Medaille sind. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wann sich die CDU bewegt.", erklärte Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE-NRW), am Wochenende.

10.11.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die Forderung der FDP, den Schulträgern mehr Eigenverantwortung bei der Gestaltung eines wohnortnahen Schulangebots einzuräumen unterstützt der VBE. Wenn die FDP die Eigenverantwortung der Schulen wirklich ernst nimmt, dann muss sie diesen aus Sicht des VBE aber auch mehr Spielraum bei der inneren Gestaltung geben. Die Schulen müssen selbst entscheiden können, ob sie die Bildungsgänge additiv oder integriert organisieren wollen. Wenn die Freiheit, die die FDP den Schulträgern und Schulen geben will, lediglich darin besteht, dass Haupt-, Real- und Gesamtschulen unter einem geführt, die Bildungsgänge aber strikt getrennt gehalten werden, bringt das unser Schulsystem in Sachen Durchlässigkeit nicht wirklich weiter.

Darüber hinaus spricht sich VBE gegen den Beschluss des FDP-Landesparteitags aus, keine Gesamtschulgründungen mehr zuzulassen. Dieser Beschluss steht klar dem Wunsch vieler Eltern entgegen, ihren Kindern die Möglichkeit zu geben, in einem integrierten System in neun Jahren zum Abitur zu kommen. Sie wollen ihren Kindern den massiven Leistungsdruck, der durch die Schulzeitverkürzung am Gymnasium entstanden ist, ersparen.

Beckmann abschließend: "Der Beschluss des FDP-Parteitags ist ein Grund mehr, den Appell, den die 300 Teilnehmer der VBE-Delegiertenversammlung in Dortmund an diesem Wochenende an den Ministerpräsidenten gerichtet haben zu wiederholen. Sie haben an den Ministerpräsidenten appelliert, eine ständige nordrhein-westfälische Bildungskonferenz einzurichten, um die Bildungspolitik vom parteipolitischen Gezänk zu befreien und auf einen gesellschaftlichen Konsens hinzuarbeiten und um aus der Stagnation herauszufinden. An dieser Bildungskonferenz sollen Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Vertreter der Wirtschaft und Wissenschaft sowie die Interessenvertretungen von Eltern, Lehrern und Schülern teilnehmen. Im Mittelpunkt soll dabei das Einigende und nicht das Trennende stehen."


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