VBE: Profitorientierte Privatschulen müssen überflüssig werden

"Dass private Wirtschaftsunternehmen Grundschulen gründen und insbesondere mit kleinen Klassen und einem gut ausgestatteten und an den Bedürfnissen der Kinder orientierten Ganztag werben, sollte allen zu denken geben, die auf ein starkes öffentliches Schulwesen setzen. Das öffentliche Schulwesen muss so gut werden, dass es die Konkurrenz privater Wirtschaftsunternehmen nicht zu befürchten braucht und Nachhilfeinstitute nicht von seinen Mängeln profitieren."

25.05.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Dieses Fazit zog der VBE-Landesvorsitzende Udo Beckmann beim diesjährigen nordrheinwestfälischen Grundschultag des VBE am Samstag, dem 17. 05.08 in Dortmund aus der Werbung, die der private Investor Phorms für seine Grundschulen betreibt. Phorms wirbt auch mit einer hervorragenden Ausstattung dieser Schulen und damit, dass die Lerngruppen dort jeweils von einer Lehrkraft und einem Sozialpädagogen betreut werden.

"Das erinnert stark an die Schulen in Finnland", so Beckmann. "Es ist ausgesprochen schade, dass sich profitorientierte Privatschulen in Deutschland offenbar an den dortigen idealen Bedingungen orientieren, das öffentliche Schulwesen aber weit dahinter zurückbleibt."

Private Schulangebote wie das beschriebene können aber nur Eltern in Anspruch nehmen, die über das entsprechende Einkommen verfügen. Damit nimmt die in den internationalen Studien beschriebene Ungleichheit der Bildungschancen noch weiter zu. Wer diesen Zusammenhang entkoppeln will, muss das öffentliche Schulwesen massiv stärken. Es reicht nicht, das Recht auf individuelle Förderung nur ins Schulgesetz zu schreiben und in Sonntagsreden die Chancengleichheit zu beschwören. Nicht nur in NRW muss viel Geld fließen, damit die öffentlichen Schulen ihren Auftrag erfüllen können.

"In der vergangenen Woche hat der nordrhein-westfälische Landtag beschlossen, dass das Land mal eben 5 Milliarden Euro zur Rettung der West-LB bereitstellen soll", so Beckmann. "Es soll uns also niemand erzählen, es sei kein Geld vorhanden. Es ist vielmehr eine Frage der Prioritäten, die dringend zu überdenken sind."


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