„Testeritis“

VBE: VERA bei Lehrern immer noch nicht sehr beliebt

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht weiterhin wenig Akzeptanz für die kürzlich stattgefundenen bundesweit einheitlichen VERgleichsArbeiten für Drittklässler in Deutsch und Mathematik (VERA). Dabei stößt den Pädagogen sauer auf, dass diese Arbeiten wieder Inhalte aufgegriffen haben, die in manchen Klassen erst nach den Vergleichstests oder gar nicht in der Grundschule behandelt würden. Und unlösbare Aufgaben frustrieren Kinder, selbst wenn es dafür keine Noten gibt.

27.05.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Argwöhnisch beobachten die Pädagogen eine zunehmende "Testeritis" in den Schulen, seien es nun die Vergleichs- oder Diagnosearbeiten, Bildungsstandards oder zentrale Klassenarbeiten, Selbst- und Fremd-Evaluationsbögen, Kompetenzanalysen oder ganz allgemeine Untersuchungen von außen. Dabei sollten Lernstandserhebungen keinesfalls dazu führen, dass Schüler besonders fleißig speziell für diese Tests büffeln, sondern dass Schulen aus den Ergebnissen Erkenntnisse zur Verbesserung der Qualität von Unterricht erhalten.

Und genau da sehen die meisten Pädagogen den Knackpunkt aller Erhebungen. Wenn schon aufwändig diagnostiziert werden müsse, danach aber nicht gezielt "therapiert" werden könne, weil beispielsweise Lehrerstunden fehlten, liefen Tests mehr oder minder ins Leere.

Wenn in Vergleichsarbeiten Inhalte abgefragt werden, die in der Klasse noch nicht behandelt worden sind, erzeugt dieses Nichtwissenkönnen bei Schülern Versagensgefühle, die nicht sehr motivierend wirken. Die Orientierungsarbeiten in der vierten Klasse hatte man damals mit aus diesem Grund abgeschafft.

Wenn den Schulen einerseits durch die neuen Bildungspläne immer mehr Gestaltungsspielraum beim Kompetenzerwerb zugestanden werde, andererseits aber wegen der zentralen Lernstandserhebungen Inhalte zwangsläufig bundesweit im Gleichschritt gelernt werden müssten, passe da irgendetwas nicht so richtig zusammen, bringt der VBE-Sprecher den Unmut der Lehrkräfte auf den Punkt.


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