VBE zur Föderalismusreform: Gute Nacht, Bildung!
Als "Horrorszenario" bezeichnet der VBE-Bundesvorsitzende Ludwig Eckinger die Einigung von CDU/CSU und SPD auf eine Föderalismusreform. "Der Rückzug des Bundes aus bildungspolitischen Grundsatzfragen befeuert die Kleinstaaterei. Gute Nacht, Bildung!", konstatiert Eckinger.
08.11.2005 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)"Deutschland braucht dringend eine nationale Bildungsstrategie. Das haben erst jüngst wieder die PISA-Ergebnisse belegt", sagt Eckinger. Notwendig sei auch ein Konsens zwischen Bund und Ländern bei Bildungsstandards, Standards in der Lehrerbildung und bei Bildungsabschlüssen. "Die Länder pochen zwar auf ihre Kultushoheit, haben sich aber vom kooperativen Föderalismus längst verabschiedet und preisen den Wettbewerb gegeneinander. Wenn Deutschland wieder zu einem international führenden Bildungsstandort werden soll, reicht eine Politik der Leuchttürme nicht aus. Bislang spielen lediglich vier Bundesländer in der PISA-Spitzenklasse. Und nicht einmal diese Länder bekommen die Bildungsungerechtigkeit in den Griff", kritisiert der VBE-Bundesvorsitzende.
Ludwig Eckinger weiter: "Es ist unerträglich, wenn der Zugang zu Bildung nun auch noch davon abhängig wird, in welchem Bundesland die Schüler zu Hause sind. Die Absage an die bewährte bundeseinheitliche Besoldung werde vor allem für die Schulen verheerende Auswirkungen zeigen", warnt Eckinger. "Damit wird das Lehrpersonal der Schulen direkt abhängig von der Kassenlage der Länder. Es droht damit eine Scheckbuch-Personalpolitik, weil Deutschland einem gravierenden Lehrermangel entgegengeht. Den Bedarf decken dann nur die Länder, die sich das leisten können." VBE-Bundesvorsitzender Eckinger betont: "Eine solche Länderpolitik lässt sich mit dem grundgesetzlichen Auftrag zur Herstellung gleicher Lebensverhältnisse nicht vereinbaren. Wettbewerb ist nur sinnvoll, wenn alle Länder in der selben Liga spielen."
Keine Kommentare vorhanden