Versöhnen statt spalten!

"Der VBE schließt sich dem Aufruf der Fraktion der Grünen an die großen Parteien an, den Schulkampf zu beenden, bevor noch mehr Schaden angerichtet wird", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Der Ministerpräsident ist als Landesvater gefordert, versöhnend in die aktuelle Auseinandersetzung einzugreifen, damit unterschiedliche schulpolitische Auffassungen das Land nicht in zwei unversöhnliche Lager spalten."

04.09.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die Landtagsdebatte vom 23.08.2007 sowie angekündigte PR-Kampagnen haben gezeigt, dass in schulpolitischen Fragen wieder alte Grabenkämpfe aufzuleben drohen. Dies geschieht ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem viele Schulträger vor Ort in Fragen der Schulentwicklung bereits einen parteiübergreifenden Konsens gefunden haben. Die aktuelle politische Auseinandersetzung auf Landesebene führt hier zu erheblicher Verunsicherung. Sie verunsichert die Eltern, die für ihre Kinder das bestmögliche Bildungsangebot vor Ort wünschen. Sie verunsichert aber auch die Schulträger, deren Initiativen zeigen, dass sie das Wohl der Kinder parteipolitischen Interessen überordnen. Dass Schulträger diesen Weg weitergehen wollen, zeigt die große Resonanz, auf die die morgen stattfindende VBE-Veranstaltung "Schulentwicklung im ländlichen Raum" gestoßen ist. Insgesamt 120 Schulträger werden bei dieser Veranstaltung vertreten sein.

"Parteiübergreifende Initiativen vor Ort, in deren Mittelpunkt die Sache steht, und die im Konsens nach bestmöglichen Lösungen für die Region suchen, sind eine Bereicherung für das Land und dürfen nicht zerschlagen werden", so Beckmann weiter. "Wir fordern den Ministerpräsidenten auf, in den sich abzeichnenden Schulkampf versöhnend einzugreifen und alle Beteiligten an einen Tisch zu holen."

Alle Parteien erklären, Bildungsreform sei nur im gesellschaftlichen Konsens möglich. In der aktuellen bildungspolitischen Auseinandersetzung braucht dieses Land eine einigende Figur. Anlässlich des Staatsaktes für Johannes Rau am 17.02.2006 sagte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers: "Einzelne Personen können den Stil von Politik zum Besseren verändern."

"Diese Person sollte angesichts der drohenden Eskalation in Fragen der Schulpolitik der Ministerpräsident und Landesvater selbst sein", so Beckmann abschließend.


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