Vorgriffsstundenmodell verschärft Lehrermangel

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt, dass die Landesregierung in KiTas, Schulen und Hochschulen keine Stellen streichen will, nennt das geplante Vorgriffsstundenmodell aber den "Abschied der Regierung Mappus vom Kinderland".

28.11.2010 Pressemeldung GEW Baden-Württemberg

"Wenn Lehrerinnen und Lehrer jetzt mehr unterrichten müssen und diese Mehrstunden in einigen Jahren die Staatskasse einkassiert, werden sich die schlechten Lern- und Arbeitsbedingungen in den baden-württembergischen Schulen nicht dauerhaft verbessern. Wir wollen, dass die Wähler im Südwesten eine Landesregierung wählen, die die zurückgehenden Schülerzahlen endlich nutzt, um mehr echte Ganztagsschulen zu schaffen, Unterrichtsausfall zu verringern und die Qualität in Schulen und KiTas zu erhöhen", sagte am Sonntag (28.11.) in Heimsheim bei Pforzheim Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Durch eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für junge Lehrer/innen wird sich der Lehrermangel vor allem in Beruflichen Schulen und Gymnasien verschärfen. Die schon jetzt schlanke Schulverwaltung soll auf Vorschlag der Bildungsgewerkschaft von Kürzungen ausgenommen werden. "Wenn die Landesregierung Interesse an einer schnellen Besetzung von Schulleiterstellen und der Einstellung von Krankheitsvertretungen hat, muss in den Regierungspräsidien auch das Personal dafür vorhanden sein", sagte Moritz.

Am Freitag (26.11.) hatte Kultusministerin Marion Schick (CDU) auf der GEW-Landesdelegiertenversammlung in Leinfelden die 300 GEW-Delegierten um Unterstützung gebeten, um die "demografische Rendite" für bessere Bildung zu nutzen. Die GEW-Chefin Moritz nannte unter anderem folgende Schwerpunkte für die Bildungspolitik der nächsten Jahre: "Die Grundschule braucht kleinere Gruppen, wenn der Anspruch "Früh investieren statt spät reparieren" umgesetzt werden soll, und der Lehrermangel an Sonderschulen und Beruflichen Schulen wird mit der demografischen Rendite allein nicht zu bewältigen sein. Auch die Umsetzung der Inklusion wird nur dann erfolgreich sein können, wenn zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Und die Lehrerreserve für Vertretungen muss dringend aufgestockt werden", sagte Moritz.

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