Erklärung

Lehrkräfte sind keine Digitalverweigerer!

Udo Beckmann: „Die Lehrkräfte haben es satt, von Politik und Gesellschaft dafür an den Pranger gestellt zu werden, dass an den Schulen das ‚Lernen in der digitalen Welt‘ keinen Einzug hält!"

17.09.2018 Bundesweit Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
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Udo Beckmann: "Die fehlende Ausstattung hat ganz praktische Auswirkungen: Das Engagement von Schulleitungen und Lehrkräften, die selbst ‚digital unterwegs‘ sind und die sich gerne auf den Weg machen würden, scheitert an den mangelhaften Bedingungen in Schule. Ohne digitale Infrastruktur, ohne digitale Endgeräte wird es nicht gehen. Im Klartext: Die politischen Lippenbekenntnisse müssen sich endlich in realen Investitionen niederschlagen. Es ist ein Skandal, dass die gleichen politischen Verantwortlichen, die die Schulen auffordern, Medienkompetenz zu vermitteln, gleichwohl die notwendigen Bedingungen verweigern. Deshalb müssen die Investitionszusagen der Politik, die im Rahmen des ‚Digitalpakts Schule‘ schon 2016 getroffen wurden,  endlich in die Realität umgesetzt werden. Es ist nicht mehr fünf vor, sondern bereits fünf nach 12", erklärt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).

Studien des VBE (Digitalisierungsumfrage 2016) beweisen, dass Lehrkräfte mehrheitlich die Einbindung digitaler Endgeräte befürworten. Sie sehen hierin viele Vorteile, so sagen fast alle, dass Lehrinhalte so um aktuelle Informationen ergänzt werden können und die Schüler motivierter sind. Außerdem sagen 89 Prozent, dass Inhalte und Zusammenhänge besser dargestellt werden können. Drei Viertel der Lehrkräfte empfinden mehr Spaß an ihrer Arbeit und 64 Prozent sehen einen Vorteil darin, individueller auf Schülerinnen und Schüler eingehen zu können. Auch wird das Zusammenarbeiten im Unterricht gefördert.

Auch auf dem Trinationalen Treffen der drei Lehrerverbände Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH), Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer Österreich (GÖD-aps) und Verband Bildung und Erziehung (VBE) vom 06. bis 07. September 2018 in Basel haben die Verbände intensiv zum Thema ‚Lernen in der digitalen Welt’ diskutiert. Mit der „Basler Erklärung zu digitalen Technologien an Schulen" setzen die drei Verbände ein länderübergreifendes Zeichen und fordern:

  1. Pädagogik muss vor Technik kommen.
  2. Lehrpersonen brauchen ausreichende Aus- und Weiterbildung.
  3. Schulen und Lehrpersonen brauchen eine zeitgemäße technische Infrastruktur.

Der Bundesvorstand des VBE stellte sich in seiner Sitzung am 14./15. September 2018 geschlossen hinter diese Position und wird sie in seine gewerkschaftliche Arbeit im Bund und in den Ländern aufnehmen.


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