„Das Ausbildungsmanagement in die Zukunft bringen“
Wie attraktiv ist die duale Ausbildung? Müssen Berufsschulen und Unternehmen die Ausbildung neu denken? Um diese Fragen geht es im bildungsklick-Interview mit Maria Seidel. Sie ist Fachreferentin in der Abteilung Ausbildung der Autobahn GmbH des Bundes, einer der größten Infrastrukturbetreiberinnen in Deutschland.
10.06.2026 Bundesweit Artikel Anna PetersenIm Gespräch mit Redakteurin Anna Petersen spricht Seidel über das Recruiting von Auszubildenden, die Konsequenzen der Digitalisierung und die wichtige Rolle der Ausbilder:innen.
Anna Petersen: Frau Seidel, wie attraktiv ist die duale Ausbildung aus Ihrer Sicht?
Maria Seidel: Ich halte persönlich duale Ausbildung und duales Studium für sehr attraktiv. Die Mischung zwischen Theorie und Praxis aus der Sicht des Lernenden ist einfach wirklich ein ganz, ganz wichtiger Baustein in der Entwicklung von Persönlichkeitsbildung, von Wissensaufnahme und generell aus der Perspektive Nachwuchsentwicklung. Das, was dort sehr attraktiv ist für uns, was wir als Unternehmen anbieten können, ist natürlich die finanzielle Unabhängigkeit, die ein junger Mensch im Rahmen einer dualen Ausbildung schon für sich selber gestalten kann. Wenn möglich: Übernahmegarantien, was natürlich zukunftsbildend ist, ist durchaus ein wichtiger Schritt und sehr, sehr attraktiv aus meiner Sicht.
Die Arbeitswelt verändert sich ja sehr rasant. Inwiefern müssen denn Berufsschulen und Unternehmen die Ausbildung auch ein Stück weit neu denken, unter anderem mit Blick auf die Digitalisierung?
Aus meiner Sicht müssen wir alle uns mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen. Berufsschulen gehen da sicherlich schon ihren eigenen Weg: weg von der klassischen Tafel hin zum digitalen Board, und alles, was damit mitbringt, auch den Lernalltag anders zu gestalten. Genauso müssen wir uns als Unternehmen damit auseinandersetzen. Der Großteil unserer Auszubildenden – wenn ich da jetzt mal auf den Arbeitsbereich gucke, der findet auf der Straße statt – 450 plus unserer Auszubildenden sind Straßenwärterinnen und Straßenwärter. Das heißt, die sind wirklich in den Autos, in der Kolonne draußen auf der Straße unterwegs. Auch der Beruf zum Beispiel wird immer digitaler. Und auch da ist es wichtig, das in den Arbeitsalltag zu integrieren und sich aber auch damit auseinanderzusetzen: Wie können wir lernen, von Prüfungsfragen bis unterstützende Weiterbildung usw., ohne natürlich auch im Arbeitsalltag unsere Auszubildenden zu gefährden? Weil im Gefahrraum Straße wird ausgebildet und da ist es nicht die leichte Antwort, einfach jedem ein Handy in die Hand zu drücken – ich überspitze –und fünf neue Bildungs-Apps aufzuspielen, sondern es ist eine kulturelle Frage: […]
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