Jugendminister Rupprecht auf Fachtagung "Familien bewegen etwas" in Forst

Auf einer Fachtagung des Landkreistages Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Spree-Neiße unter dem Titel "Familien bewegen was", hielt Jugendminister Holger Rupprecht heute in Forst eine Einführungsrede zu famili-enpolitischen Maßnahmen der Landesregierung. Auszüge aus seiner Rede:

27.04.2006 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Maßnahmen für Brandenburg auf dem Weg zur kinder- und familienfreundlichen Region - Jugendminister Rupprecht auf Fachtagung "Familien bewegen etwas" in Forst "Brandenburg soll zu einer besonders kinder- und familienfreundlichen Region werden. Brandenburg hat gute Voraussetzungen, beispielsweise das gut ausgebaute System der Kindertagesbetreuung. Die OECD hat uns erst jüngst bescheinigt, dass wir das Land mit einer der besten Kinderbetreuung und damit verbundenen Unterstützung und Entlastung für Familien sind. In diesem Zusammenhang bin ich auch froh, dass uns PISA bestätigt hat, dass in Brandenburg die erreichten Bildungserfolge weitgehend unabhängig sind von der sozialen Herkunft.

Wir können an das Bestreben der meisten Familien, Beruf und Kinderbetreuung miteinander zu verbinden, anknüpfen. Die heutige Fachtagung des Landkreistages unterstreicht, dass wir ein gemeinsames Ziel haben. Ein gemeinsames Bündnis ist ein großes Potenzial.

Drei für mich besonders wichtige Ziele aus unserem Programm für Familien- und Kinderfreundlichkeit sind:

1. Die Erziehungskompetenz der Eltern muss gestärkt werden Ich will, dass das Angebot bestehender Maßnahmen der Familienunterstützung und der Familienbildung weiter verbessert wird. Gerade die Eltern, die mit ihren Erziehungsaufgaben überfordert und kaum bereit sind, Hilfen anzunehmen, müssen von uns erreicht und unterstützt werden. Konkret wollen wir dies durch den Ausbau von Kindertagesstätten, Krippen, Horten oder anderen geeigneten Einrichtungen zu Eltern-Kind-Zentren erreichen. Bis Mitte April sind im Jugendministerium rund 40 engagiert erarbeitete Konzepte eingegangen, die nun gründlich geprüft und einem Auswahlverfahren unterzogen werden.
Vorrangiges Ziel der Eltern-Kind-Zentren ist die bessere Erreichbarkeit von Diensten und Leistungen für Familien. Sie sollen die Familien in der Bewältigung des Alltags unterstützen und begleiten.

2. Alle Kinder haben ein gleiches Recht auf gute Bildung und Ausbildung von Anfang an und unabhängig von der finanziellen Situation der Eltern Unser Bildungssystem muss ein entscheidendes Instrument zur Schaffung von Chancengleichheit sein. Wichtigster Teil eines Bündels von Maßnahmen für gute und gleiche Bildungschancen ist unser Programm zur sprachlichen Förderung von Kindern schon während der Kita-Zeit. Ein Jahr vor der Einschulung sollen alle Kinder an einer Sprachstandserhebung teilnehmen und bei entsprechendem Bedarf intensiv gefördert werden.
Dazu hat das Bildungsministerium ein mehrstufiges Konzept entwickelt: In einem ersten Schritt werden die *Grenzsteine der Entwicklung" weiter in den Kitas verbreitet, ein Frühwarnsystem zur Feststellung möglicher Entwicklungsbeeinträchtigungen, das aus den Alltagsbeobachtungen der Erzieherinnen heraus angewendet werden kann. Zeigen sich hierbei Auffälligkeiten in den für die Sprachentwicklung wichtigen Bereichen, dann sollen in einem zweiten Schritt mit dem "Kindersprachtest für das Vorschulalter" - kurz: KISTE - differenzierter betrachtet werden, um einen möglichen Förderbedarf zu identifizieren. An die Identifikation der Kinder mit Sprachdefiziten schließt sich in einem weiteren Schritt die Förderung dieser Kinder in den Kindertagesstätten an. Ziel des Landesvorhabens ist es, dass in wenigen Jahren in jeder Kindertagesstätte im Land eine Erzieherin für die Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung qualifiziert ist. Wir haben im Rahmen des Maßnahmepakets für Familien- und Kinder-freundlichkeit für das Jahr 2006 insgesamt 422.000 € für die Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung bereitgestellt.

3. Die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit aber auch Phasen der Aus- und Weiterbildung mit Familie muss deutlich verbessert werden.
Die Situation von Familien und Kindern ist nur dann spürbar zu verbessern, wenn wir neben anderen arbeitsmarkt- und wirtschaftsbezogenen Maßnahmen auch differenzierte, zeitlich flexible und wohnortnahe Angebote der Kindertagesbetreuung bieten. Zur Verbesserung der benannten Situation müssen auch Ganztagsschulen zu 'Lern- und Lebensorten' weiterentwickelt werden, an denen unsere Kinder einen größeren Teil des Tages sinnvoll und zufrieden verbringen können. Durch eine wirksame Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe und anderen Trägern kann damit insbesondere auch in dünn besiedelten Regionen die Erreichbarkeit jugendkultureller Angebote gesichert werden."


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