Forum Bildung thematisiert zentrale Fragen der Bildungspolitik

Wie gelingt die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler? Bieten neue Schulformen mehr Bildungsgerechtigkeit? Welche Auswirkungen auf die Schulorganisation hat der demografische Wandel? Wie kann die inklusive Bildung gestaltet werden? Und wie wird sich das digitale Lehren und Lernen auf den Unterricht auswirken? Diese und weitere zentrale Fragen der Bildungspolitik und Pädagogik stellt das vom Verband Bildungsmedien ausgerichtete "Forum Bildung" vom 19. bis 23. Februar auf der didacta 2013 in Köln.

08.02.2013 Pressemeldung didacta - die Bildungsmesse

Antworten geben verantwortliche Bildungspolitiker, Experten aus den Parteien und Verbänden, prominente Vertreter aus den Kirchen, aus Bildungspraxis, Wirtschaft, Wissenschaft und Lehrerfortbildung. Zu Gast sind u. a. Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalen, der Autor, Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Winterhoff und Neurobiologe Prof. Dr. med. Joachim Bauer sowie die schulpolitischen Sprecherinnen der Fraktionen im Landtag NRW, Udo Beckmann vom Verband Bildung und Erziehung und Hans-Peter Vogeler, Vorsitzender des Bundeselternrates. Im Folgenden geben wir eine Übersicht über die Programmhighlights des Forums.

Sylvia Löhrmann referiert am 19.02. unter der Überschrift "Der Referenzrahmen Schulqualität NRW" über inhaltliche Qualitätsaspekte der Landesschulpolitik, die schon jetzt in vielen Entwicklungskonzepten der Schulen und Bildungsregionen sowie in zahlreichen Landesvorhaben erfolgreich verfolgt werden. (19. 02.; 13.30 bis 14.45 Uhr)

Am Nachmittag des ersten Messetages (19.02.) berichtet der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Winterhoff aus seinem Praxisalltag. Er hat in seiner psychiatrischen Praxis immer mehr Kinder, deren Verhalten sich gegenüber einer Zeit von vor etwa 15 Jahren in sehr auffälliger Form verändert hat. Diese Kinder versuchen, ihre Eltern im Speziellen und damit die Erwachsenen im Allgemeinen zu steuern. Winterhoff bietet unter dem Titel "Lasst Kinder wieder Kinder sein!" für diese Phänomene eine neue Erklärung aus tiefenpsychologischer Sicht. (19.02.; 16:00 - 18:00 Uhr)

Den Auftakt des zweiten Tages auf dem Forum Bildung gestaltet eine Diskussionsrunde zum Thema "Gewalt in der Schule". Dr. Rüdiger Stellberg, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Gewaltprävention, Ulrich Thöne, Vorsitzender der GEW und Detlef Träbert, Diplom-Pädagoge, Fortbildner und Stellvertretender Bundesvorsitzender der "Aktion Humane Schule" gehen der Frage nach, warum Lehrkräfte immer häufiger mangelnden Respekt - von Seiten der Schülerinnen und Schüler und zwischen den Schülerinnen und Schülern selbst zu beklagen haben. (20.02.; 11:00 - 12:15 Uhr)

Ob Bildung als Ländersache überhaupt noch zeitgemäß ist - diese Frage diskutieren am zweiten Messetag (20.02.) Dr. Klaus Kinkel, Vorsitzender Deutsche Telekom Stiftung und Bundesminister a.D. und Prof. Dr. Erich Thies, ehemaliger Generalsekretär der Kultusministerkonferenz. (20.02.; 12:30 - 13:45 Uhr)

Von einem sozial gerechten und leistungsfördernden Schulsystem, das alle Talente nutzt, Verschiedenheit schätzt und kein Kind zurücklässt, ist Deutschland gegenwärtig noch recht weit entfernt. Doch wie kann man diesem Ziel näher kommen? Diese Frage diskutieren unter der Überschrift "Schule der Zukunft - leistungsstark, vielfältig, gerecht?" Dr. Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung für die Bereiche Bildung, Integration und Demokratie, Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Philosoph, Publizist und Bestseller-Autor Prof. Dr. Richard David Precht. (20.02.; 14:00 - 15:15 Uhr)

Der demografische Wandel bietet die Chance auf Veränderungen im Schulwesen. Viele Eltern und Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen erwarten, dass die "demografische Rendite" im System bleibt: um Klassengrößen zu senken, um die Ausstattung der Schulen zu verbessern, um die Unterrichtsqualität zu steigern - und aus vielen Gründen mehr. Sind diese Erwartungen realistisch? Wie kann diese "Rendite" vom Schulsystem "eingefahren" werden und welche politischen Konzepte gibt es hierfür? Die Fragen diskutieren im Jahr der Bundestagswahl die Bildungspolitischen Sprecherinnen der NRW Landtagsfraktionen, Sigrid Beer, (Bündnis 90 / Die Grünen) Yvonne Gebauer, (FDP) Renate Maria Hendricks, (SPD) Birgit Rydlewski (Piraten) und Petra Vogt (CDU). (21.02.; 12:00 - 13:15 Uhr)

Das Thema Inklusion ist das bildungspolitische Thema der Stunde und einer der Schwerpunkte der didacta 2013. Die Gesellschaft steht durch die Übereinkunft der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (BRK) vor vollkommen neuen Herausforderungen. Seit März 2009 ist die BRK gültiges Bundesrecht. Auf dem Forum Bildung diskutieren Prof. Dr. Bernd Ahrbeck, Institut für Rehabilitationswissenschaft en der Humboldt-Universität zu Berlin, Prälat Prof. Dr. Dr. Peter Beer, Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising und NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann gemeinsam mit Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland über die daraus resultierenden, grundlegenden Veränderungen in der Gestaltung des Zusammenlebens in Vielfalt und Verschiedenheit. (21. 02.; 14:00 - 15:00 Uhr)

Um das Thema Inklusion geht es auch in dem moderierten Streitgespräch "Inklusion - Möglichkeiten und Grenzen der Regelschule" am Freitag, den 22.02.2013. Dr. Heinz Klippert vom Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstitut der Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz und Prof. em. Dr. Ulf Preuss-Lausitz vom Institut für Erziehungswissenschaft der Technischen Universität Berlin suchen nach machbaren Perspektiven für den Schulalltag. Dabei gehen Sie unter anderem den Fragen nach, was in der Lehrerbildung an sonderpädagogischer Kompetenz hinzugefügt und welche personellen und materiellen Voraussetzungen zur Inklusion geschaffen werden müssen. (22.02.; 12:00 - 13:15 Uhr)

Digitales Lehren und Lernen ist ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Bildungsmesse, der ebenfalls auf dem Forum Bildung thematisiert wird. Bereits am 20.02. 2013 wird der Deutsche Bildungsmedien-Preis digita 2013 auf dem Forum Bildung verliehen. Auf PC, Tablet, Smartphone oder Konsole, für Kindergarten, Schule oder Erwachsenenbildung: Digitale Bildungsmedien sind in allen denkbaren Anwendungsbereichen verfügbar und werden alltäglich genutzt. Aber welche Produkte sind die besten? Gibt es passende Angebote für die eigene Weiterbildung oder die Lernunterstützung der Kinder? Welche Trends erscheinen zukunftsweisend? Der digita 2013 gibt Kunden und Herstellern hierauf Antworten. Er zählt seit 1995 zu den renommiertesten Auszeichnungen für Bildungsmedien im deutschsprachigen Raum. Das begehrte Gütesiegel wird in acht Kategorien an Produkte verliehen, die das Lehren und Lernen beispielgebend unterstützen. Träger des Deutschen Bildungsmedien-Preises sind das IBI - Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft, die Intel GmbH und die Stiftung Lesen. (20.02.; 16:00 - 18:00 Uhr)

Über die Frage, welche Schule die digitale Bildungswelt braucht, diskutieren am folgenden Tag (21.02.) Klaus Hebborn vom Städtetag Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Christian Spannagel von der PH Heidelberg, Michael Thessel, Leiter der Medienberatung NRW und Frank Tscherwen vom Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH. Sie versuchen unter anderem zu definieren, wie die Schule auf die Veränderung reagieren muss und gehen der Frage nach, ob außerschulische Lernorte bedeutender als die klassische Schule werden. (21.02.; 16:30 - 17:45 Uhr)

Um die "Lehrkraft 3.0 auf dem Weg in die digitale Zukunft" geht es am abschließenden Messetag (23.02.2013). Dabei geht es um die Herausforderungen, denen sich Lehrkräfte aktuell gegenübersehen und ihren sich verändernden Arbeitsalltag. Neben der Frage, ob digitale Bildungsmedien zu besseren Lehrer- und Schülerleistungen führen, wird auch darüber gesprochen, wie die Medienkompetenz der Lehrkräfte verbessert werden kann und welche Verantwortung die Schulverwaltung dabei trägt. Es diskutieren: Wolf-Rüdiger Feldmann, Geschäftsführung Cornelsen Schulverlage GmbH, Dr. Ulrich Heinemann, Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Eva Matthes, Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg und Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes. (23. 02.; 12:30 - 13.45 Uhr)

Weitere Informationen erhalten Sie immer aktuell auf den Internetseiten der didacta 2013.

Hintergrundinfos, Experteninterviews und weiterführende Links finden Medienvertreter auch im didacta Themendienst online.

Programmheft Forum Bildung

Ansprechpartner

didacta - die Bildungsmesse
Web: http://www.didacta-koeln.de/didacta/index-2.php

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