Südtirol und Thüringen unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

Am heutigen Donnerstag haben Landesrat Dr. Otto Saurer und Kultusminister Bernward Müller (CDU) in Meran/Südtirol eine Gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung der Bildungssysteme zwischen dem Assessorat für deutsche Schule, Berufsbildung und Universität der Autonomen Provinz Bozen und dem Thüringer Kultusministerium unterzeichnet. Die Kooperation läuft zunächst fünf Jahre. Kontakte nach Südtirol bestehen seit 2006.

16.10.2008 Thüringen Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung, Lernstandserhebungen in den Unterrichtsfächern und die Weiterentwicklung des Unterrichts, Integration von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf und besonderen Begabungen in Kindertageseinrichtungen und Schulen, das Südtiroler Konzept "Schulsprengel" und das Thüringer Entwicklungsvorhaben "Eigenverantwortliche Schule", Lernfeldkonzepte an Berufsschulen, der "Mehr-Generationen-Ansatz" in Südtirol und das Thüringer Bildungsmodell "Neue Lernkultur in Kommunen" sowie Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung.

Kultusminister Müller begrüßt die Zusammenarbeit: "Bildung, Wissenschaft und Forschung brauchen den Kontakt zu anderen. Nur durch neue Eindrücke und den Erfahrungsaustausch, durch Gespräche und Begegnungen können Ideen erwachsen. Das Miteinander von Südtirol und Thüringen soll im Bildungsbereich durch Hospitationsaufenthalte von Pädagogen, gemeinsame Veranstaltungen und vor allem durch den Aufbau von Schulpartnerschaften bereichert werden. Bisher gibt es enge Kontakte zwischen der Bauhaus-Universität Weimar und der Libera Universitá die Bolzano sowie zwischen der Staatlichen Regelschule ´Georg Kresse´ in Triebes und der Deutschen Mittelschule ´J. B. Murr´ in Laas. Ich hoffe, dass künftig noch mehr Schulen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen in Südtirol und Thüringen miteinander ins Gespräch kommen, sich über ihre Erfahrungen austauschen und enge Bildungspartnerschaften aufbauen. Der Grundstein dafür wurde mit der ´Gemeinsamen Erklärung´ gelegt."

In Südtirol, dem heimlichen PISA-Sieger 2003, wurden 1992 die gesetzlichen Voraussetzungen für eine schrittweise Dezentralisierung und Reform der öffentlichen Verwaltung, einschließlich der Schulverwaltung, geschaffen. Dazu gehören Bestimmungen zur Privatisierung öffentlicher Dienstverhältnisse und der Zuerkennung weitgehender Schulautonomie. Die Schul- und Ausbildungspflicht umfasst sieben Jahre Primarschule und fünf Jahre Sekundarschule. Danach können Jugendliche die Sekundarstufe weiter besuchen und mit einer staatlichen Abschlussprüfung beenden oder eine berufliche Qualifikation erwerben. Der Unterricht kann in deutscher oder italienischer Sprache erfolgen, wobei in allen Schulstufen der Unterricht der zweiten Sprache verpflichtend ist.


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