Ziele des Bildungsgipfels nicht erreicht
(red) Das selbstgesteckte Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss bis 2015 zu halbieren, war wohl zu hoch gesteckt. Das belegt eine [aktuelle Studie](http://www.dgb.de/themen/++co++6714ae3e-9652-11e4-93d0-52540023ef1a) des Essener Bildungsforschers Klaus Klemm für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), über den die [Süddeutsche Zeitung](http://www.sueddeutsche.de/bildung/bildung-und-ausbildung-abgehaengt-und-allein-gelassen-1.2292234) heute berichtet.
07.01.2015 ArtikelDemnach verließen 5,7 Prozent der Jugendlichen im Jahr 2013 die Schule ohne einen Abschluss. Deutlich verfehlt sei daher laut Klemm das Ziel, die Quote von acht auf vier Prozent zu verringern. Dass es in diesem Jahr noch erreicht werden könne, sei kaum zu erwarten.
Auch die Zahl der jungen Erwachsenen ohne Ausbildung ist der Studie zufolge weiterhin hoch: 2013 hatten 1,4 Millionen junge Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren - und damit 13,8 Prozent in dieser Altersgruppe - weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch waren sie dabei, eine solche zu erwerben. Der Bildungsgipfel hatte sich das Ziel gesteckt, die Quote von von 17 auf 8,5 Prozent zu verringern.
Fortschritte konnte die Studie bei der Weiterbildung feststellen. Hier war die Zielmarke von 50 Prozent bereits im Jahr 2012 fast erreicht: Damals lag die Quote bei 49 Prozent. Mit einem Schönheitsfehler: Gerade Arbeitslose, gering Qualifizierte, Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung und aus Zuwandererfamilien nähmen deutlich seltener an Weiterbildung teil, konstatiert Klemm laut SZ. Sie "bleiben somit abgehängt", wird der Bildungsforscher zitiert.
Ähnlich sieht es bei den Studienanfängern aus. Zwar sei deren Zahl auf weit mehr als die proklamierten 40 Prozent eines Jahrgangs gestiegen, aber nur 27 Prozent der Studierenden stammen aus Familien, in denen die Eltern nicht studiert haben, während 50 Prozent aus Akademikerfamilien kommen.
Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, fordert deshalb laut SZ "einen neuen Bildungsgipfel noch in diesem Jahr."
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