Kunstminister Thomas Goppel verleiht Denkmalschutzmedaille am Tag des offenen Denkmals:

Die Bayerische Denkmalschutzmedaille wird wie im Vorjahr am Tag des offenen Denkmals, heuer Sonntag, der 14. September, von Kunstminister Thomas Goppel verliehen. Wie der Minister am Sonntag bei der bayerischen Auftaktveranstaltung im Passauer Rathaus hervorhob, verzeichnete der Tag des offenen Denkmals in den vergangenen Jahren einen stetig steigenden Publikumserfolg. "Der Tag des offenen Denkmals als Teil einer europaweiten Aktion ist die einzigartige Möglichkeit, das kulturelle Erbe vor der eigenen Haustür zu entdecken", betonte Goppel.

14.09.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Am Sonntag seien insgesamt rund 1000 Denkmäler in Bayern zu besichtigen. "Dabei richtet sich der Blick weniger auf die bekannten Prachtbauten, sondern vielmehr auf die unentdeckten ´Denkmäler von nebenan´, die ansonsten nicht zugänglich sind und an denen man allzu leicht vorbeigeht", so der Minister weiter. Das diesjährige Motto "Vergangenheit aufgedeckt – Archäologie und Bauforschung" lege den Schwerpunkt auf die Aufgaben, Methoden und Ergebnisse der Bodendenkmalpflege sowie der Bauforschung. Insgesamt 55.000 Bodendenkmäler seien auf der Bayerischen Denkmalliste verzeichnet.

Im Rahmen der zentralen Eröffnungsveranstaltung in Passau wird der Kunstminister die Denkmalschutzmedaille an Personen sowie Vereine und Institutionen verleihen, die sich besondere Verdienste um den Denkmalschutz und die Denkmalpflege erworben haben.

Die Denkmalschutzmedaille wird seit 1977 alljährlich auf Grund von Vorschlägen der Regierungen, Bezirke, Landkreise, Kirchen, des Landesamts für Denkmalpflege und privater Eingaben verliehen. Sie zeigt auf ihrer Vorderseite ein Portrait König Ludwig I., der im Jahre 1835 – in einer Zeit, in der die Menschen größtenteils noch sorglos mit den Zeugnissen der Vergangenheit umgingen – mit der Errichtung einer "Generalinspektion der plastischen Denkmäler des Reiches" den Grundstein für die staatliche Denkmalpflege legte.

Die Auszeichnung erhalten heuer insgesamt 31 Persönlichkeiten sowie Vereine/Institutionen:

Die Arbeitsgruppe Archäologie im Altstadtverein Fürth hat die Denkmalpflege stets sehr unterstützt. Sie übernahm Sicherungsgrabungen sowie zahlreiche baubegleitende Maßnahmen und leistet mit Führungen und Präsentationen wertvolle Öffentlichkeitsarbeit für die Denkmalpflege. Auch außerhalb des Stadtgebietes von Fürth sind die Vereinsmitglieder tätig und bereichern die regionale Forschung mit der Entdeckung zahlreicher vor- und frühgeschichtlicher Fundstellen.

Seit über 50 Jahren pflegt Siegfried Baldhauser (Ried-Altmannstein, Lkr. Eichstätt, Oberbayern) ehrenamtlich den Limesabschnitt zwischen Hienheim und Laimerstadt. Ohne seinen Einsatz wäre der in diesem Abschnitt gut begehbare Wall wohl nicht mehr zu erkennen.

Die ältesten Teile des Anwesens an der Kapuzinerstraße in Bamberg gehen auf das 15. Jh. zurück, im 18. Jh. erfuhr es verschiedene Umbauten. Mangelnder Bauunterhalt und eindringende Feuchtigkeit führten zu starken Schäden. Ulrike Berner (Bamberg, Oberfranken) erwarb das Anwesen und setzte es mit erheblichem finanziellem Aufwand instand. Sie bewies dabei ein hohes Maß an Sensibilität im Umgang mit der alten Bausubstanz. Die Instandsetzung besitzt für Bamberg und darüber hinaus Vorbildcharakter.

Das zweigeschossige Gebäude mit Fachwerkobergeschoss in Oberkotzau (Lkr. Hof, Oberfranken) entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und verfiel zusehends, weil es lange leer stand. Trotzdem erwarben die Eheleute Bettina und Dr. Werner Böhme aus Ismaning, Oberbayern, das Anwesen, um es denkmalgerecht instand zu setzen. Die Innenausstattung wurde erhalten, defekte Teile erneuert, die originalen Böden in historischer Technik restauriert. Dabei legten die Eigentümer besonderen Wert darauf, dass die Arbeiten nur von ortsansässigen oder ortsnahen Firmen geleistet wurden. Das Haus bereichert heute das Ortsbild von Oberkotzau.

Die Burg Niederhaus aus dem 13. Jh. gehört zusammen mit der Veste Oberhaus zu den Wahrzeichen und den eindrucksvollsten Denkmälern der Stadt Passau (Niederbayern). Seit über 100 Jahren befindet sich die Burg im Besitz der Familie Brunner, die sich stets für den Erhalt ihrer Anlage engagiert hat. Gerd Brunner führt diese Tradition zusammen mit seiner Mutter Franziska und seinen Brüdern Manfred und Christian bis heute fort. Seit 1996 setzt die Familie das stadtbildprägende Denkmal umfassend instand und bewahrt es damit auch für künftige Generationen.

Seit der Gründung 1128 als Prämonstratenserkloster Kloster Oberzell (Zell am Main, Lkr. Würzburg, Unterfranken) blickt die Anlage auf eine reiche und wechselvolle Geschichte zurück. Nach einer industriellen Nutzung im Gefolge der Säkularisation kauften die Oberzeller Schwestern 1901 das Klosterareal und übernehmen seither die gewaltige Aufgabe der Pflege und des Unterhalts. Klosterkirche und Konventbau wurden in den letzten Jahren denkmalgerecht instand gesetzt. Generaloberin Veridiana Dürr hat das Projekt gegen alle Schwierigkeiten beharrlich und mutig geleitet. Die Oberzeller Franziskanerinnen (Dienerinnen der Hl. Kindheit Jesu vom Dritten Orden des Hl. Franziskus) waren den denkmalpflegerischen Notwendigkeiten gegenüber immer aufgeschlossen und haben so eine Jahrhundertaufgabe gemeistert. Es ist ihnen gelungen, eine der wichtigsten monumentalen Klosteranlagen Frankens denkmalgerecht und zeitgemäßen Bedürfnissen angepasst zu sanieren.

Das Bauernhaus in Englfing – neben der Kirche das einzige verbliebene Baudenkmal des Ortes – entstand im Jahr 1727. Seit über 100 Jahren befindet es sich im Besitz der Familie Filler. Seit den 1960er Jahren verfiel es und sollte 2003 schließlich abgerissen werden. Josef Filler jun. (Englfing, Schöllnach, Lkr. Deggendorf, Niederbayern) hat sich mit Beratung des Landesamts für Denkmalpflege und der Kreisheimatpflege dennoch entschlossen, dem Gebäude eine Zukunftsperspektive aufzuzeigen. Er stellte sich keiner leichten Aufgabe, denn das Haus wies gravierende Schäden auf. Aber dank seines Einsatzes und dank der Personen und Institutionen, die ihm mit Rat und Tat zur Seite standen, gelang die Instandsetzung vorbildlich.

Sabine und Manfred Fink (Wollmuths, Waltenhofen, Lkr. Oberallgäu, Schwaben) erwarben 1993 das denkmalgeschützte Anwesen in Wollmuths. Trotz seines schlechten Zustands bezogen die Eheleute das Gebäude umgehend. Mit viel Liebe und Hingabe und durch ihr großes Engagement haben Sabine und Manfred Fink mit der ehemaligen bäuerlichen Sölde ein Beispiel für eine selten gewordene Denkmalgattung gerettet.

Mittelpunkt des einstigen Dorfkerns von Milbertshofen war seit ihrer ersten Erwähnung 1360 die St. Georgskirche. Bei einem Luftangriff 1944 wurde sie schwer beschädigt. Glücklicherweise hatte man zuvor das wertvollste Ausstattungsstück in Sicherheit gebracht: einen spätgotischen Flügelaltar mit Darstellungen zum Leben des Hl. Georg. In der Nachkriegszeit setzte man die Kirche notdürftig instand und funktionierte sie zu einer Kriegergedächtnisstätte um. Im Jahr 1981 gründete sich der "Förderverein Alte St. Georgskirche Milbertshofen" (München, Oberbayern). Dank seines Engagements steht der Altar heute wieder an seinem ursprünglichen Ort und die erhaltenen Reste der alten Kirche sind renoviert.

Das ehem. Kommunbrauhaus in Unfinden – einem Ortsteil von Königsberg in Bayern (Lkr. Haßberge, Unterfranken) – wurde bereits um 1671 errichtet und 1833 zu seinem heutigen Erscheinungsbild umgebaut. Nach dem Ende der Brauerei in den 1950er Jahren stand das Brauhaus lange Jahre leer und verfiel. Auf Initiative Otto Kirchners gründete sich der Förderverein Brauhaus Unfinden, der das Gebäude zwischenzeitlich besitzt. Im Jahr 2004 begann die Gesamtinstandsetzung, bei der auch die Wiederbelebung der Brautradition nach historischer Braumethode im Zentrum stand. Die Arbeiten führten die Bürger sowie die Vereinsmitglieder gemeinsam aus. Als Attraktion für den gesamten Landkreis Haßberge wird nun in dem Gebäude wieder gebraut.

Das Hauptgebäude des Rottenburger Hauses aus dem Jahr 1688 ist fast vollständig in Blockbauweise errichtet. Mit diesem Anwesen hat sich ein in bäuerlicher Tradition stehender Holzblockbau in sehr anschaulicher Weise erhalten und besitzt in der ganzen Gegend Seltenheitswert. Langer Leerstand hatte dem Gebäude zugesetzt, und der Abbruch war bereits geplant. Der Erwerb des Denkmals durch den Förderverein Heimat- und Handwerkermuseum Rottenburg (Rottenburg a. d. Laaber, Lkr. Landshut, Niederbayern) brachte schließlich die Wende. Im Juli 2007 konnten die Vereinsmitglieder stolz das neue Heimatmuseum Rottenburg der Öffentlichkeit vorstellen.

Der Tannenhof wurde 1907 am Ortsrand von Simmerberg (Lkr. Lindau, Schwaben) errichtet und zeichnet sich durch die gut erhaltene historische Substanz aus. Über die Jahre hatte das Baudenkmal aber gelitten und entstellende Veränderungen ließen sein einstiges Erscheinungsbild nur noch erahnen. Gabriele und Christiane Kerber aus Pöcking erwarben das Gebäude dennoch, um es wieder instand zu setzen. Sie haben sich mit großem Engagement der Restaurierung des Baudenkmals angenommen. Eigene Archivrecherchen bildeten den Ausgangspunkt. Simmerberg und das ganze Allgäu hat so ein bedeutendes Denkmal zurückerhalten.

Das Wohnstallhaus in Buchhausen (Schierling, Lkr. Regensburg, Oberpfalz) wurde bereits um 1600 errichtet und erhielt im 19. Jh. sein heutiges Aussehen. Es ist das Elternhaus von Josef Köglmeier. Er bewohnte es mit der Familie bis 1973. Danach verfiel das leerstehende Gebäude. 30 Jahre später entschloss er sich dann, sein Elternhaus zu restaurieren und wieder zu bewohnen. Josef und Heidi Köglmeier retteten mit einem außerordentlich hohen Maß an Eigenleistung ein bedeutendes Denkmal der Region.

Die Schmalzmühle in Röckingen (Lkr. Ansbach, Mittelfranken) – seit 1525 bezeugt – ist eine stattliche Anlage mit Mühlengebäude sowie einem Austragshaus, das über einen Torbogen mit dem Hauptgebäude verbunden ist. Nachdem vor einigen Jahren das Austragshaus instand gesetzt wurde, folgte nun das Mühlengebäude. Der repräsentative Bau mit Fachwerkgiebel aus der Zeit um 1700 war in seiner Statik massiv angegriffen. Die Instandsetzung stellte für Familie König eine große finanzielle Belastung dar. Trotzdem hat sie sich engagiert für den Erhalt ihres Baudenkmals eingesetzt.

Das ehem. Kramerzunfthaus am Memminger Weinmarkt (Schwaben) ist historisch und wegen seines Baubestandes eines der interessantesten Häuser der Stadt. Das Anwesen lässt sich bis ins frühe 15. Jh. zurückverfolgen. Als im Jahr 2002 kleinere Veränderungen im Innern erforderlich wurden, kam zum Vorschein, was seit den Umbauten der 1960er Jahre verborgen war: ein reicher Bestand an spätmittelalterlichen Holzdecken. Besonders spektakulär ist die mit geschnitztem Maßwerk versehene Decke der ehem. Zunftstube aus dem Jahr 1512. Aus den geplanten kleineren Umbauten wurde eine umfassende und denkmalfachlich vorbildliche Gesamtinstandsetzung. Mit Stolz präsentiert die Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim heute zahlreichen Besuchern das Ergebnis.

Spuren von Wollnashörnern, Wildpferden und Mammuts fanden sich beim Kiesabbau auf dem Firmengelände der Firma Alois Lauter oHG. Neben diesen fossilen Funden kamen bei der Erweiterung einer Kiesgrube zwischen Oberottmarshausen und Kleinaitingen (Lkr. Augsburg, Schwaben) weitere archäologische Funde zum Vorschein: ein Brandgräberfeld aus dem 13./12. Jh. v. Chr. sowie ein vierrädriger Wagen aus dem 13. Jh. v. Chr.. Benja-min Lauter hat die Grabungen seit Jahren unterstützt. Eine Wanderausstellung durch die Schulen der umliegenden Gemeinden soll die Geschichte der Region den jungen Menschen näher bringen. Kopien der Funde werden in der Firmenzentrale in Bobingen präsentiert. Die Originale überließen die Lauters in Teilen der Archäologischen Staatssammlung in München, die übrigen Funde bleiben im Museum in Königsbrunn.

Das stattliche Hammerherrenschloss liegt auf einer Insel in der Vils nahe des Marktes Rieden (Lkr. Amberg-Sulzbach, Oberpfalz). Es geht in Teilen bis auf das 16. Jh. zurück. Lange Zeit stand das Anwesen leer und verfiel. Im Jahr 2002 erwarb Monika Merl das ehem. Hammerherrenschloss. Noch vor Beginn der Instandsetzung brach 2003 ein Brand aus, der weitere schwere Schäden anrichtete. Das Dachgeschoss wurde vollständig zerstört. Durch sofortige Sicherungsarbeiten konnten aber nahezu alle bedeutenden Raumschalen und viele Ausstattungsteile gerettet werden. Das Ehepaar Monika Merl und Roland Frank hat eine langjährige Instandsetzung mit erheblichen Eigenleistungen in Kauf genommen, um das Denkmal vor dem Untergang zu bewahren.

Das Prioratsgebäude des ehem. Augustinerklosters Marienstein in Eichstätt (Oberbayern) wurde zusammen mit der benachbarten Klosterkirche St. Anna 1470/1471 erbaut. Es erfuhr in seiner langen Geschichte zahlreiche Veränderungen. Im Inneren haben sich die Grundrissdisposition und Ausstattungsteile aus den unterschiedlichen Bauphasen bis heute erhalten. Mit großem persönlichen und finanziellen Einsatz haben sich Maria und Stefan Pfättisch des Gebäudes angenommen und es denkmalgerecht instand gesetzt.

Das Jodlbauernanwesen in Fischbachau (Lkr. Miesbach, Oberbayern) von 1784/1785 gehört zu den bedeutendsten Bauernhäusern Altbayerns. Die drei Putzfassaden versah der Maler Johann Baptist Pöheim 1786 mit reichen Lüftelmalereien. Nahezu lebensgroß sind die Heiligenfiguren auf den verschiedenen Seiten. Reiche Rokoko-Ornamente umrahmen die Fenster. Haus- und Laubentüren sind mit schwungvoll gemalten Portalarchitekturen versehen. Die Malereien waren infolge von äußeren Einflüssen akut gefährdet. Dank der von Stefan und Brigitta Regauer mit großem Engagement begleiteten Maßnahme konnten die Fassaden vor dem Verlust gerettet und in ihrer ganzen gestalterischen Kraft restauriert werden.

Das Haus, das Rosi und Stefan Reichmann 2004 erwarben, ist eines von neun Reihenhäusern, die 1899 in Regensburg (Oberpfalz) nach Plänen des Architekten Christian Zinstag in historisierenden Formen errichtet wurden. Bei der Instandsetzung wurden Spuren der früheren Bewohner als Teil der Geschichte des Hauses bewahrt und historische Ausstattungsdetails wieder sichtbar gemacht, besonders bei der qualitätvollen Reparatur und Restaurierung der historischen Fenster und Türen.

Die benachbarten Höfe "Vorderkammerhuber" und "Hinterkammerhuber" in Unterneunkirchen (Lkr. Altötting, Oberbayern) sind als Vierseithöfe in dem für die Region typischen Stil erbaut. Sie sind damit ein selten gewordenes Beispiel einer fast verlorenen Hauslandschaft im östlichen Oberbayern. Besonders die Stadeln der beiden Anwesen haben mit ihren sehr qualitätvollen Dekorationen herausragende baugeschichtliche und künstlerische Bedeutung. Beide Anlagen befanden sich in einem desolaten Zustand. Maria und Josef Reisinger setzten Kammerhub 1, Elisabeth und Josef Schrankl Kammerhub 2 mit großer Eigenleistung instand.

Der über 20 ha große und der Öffentlichkeit zugängliche Schlosspark von Schönau (Lkr. Rottal-Inn, Niederbayern) gehört zu bedeutendsten englischen Gartenanlagen in Bayern. Um 1870 hatte man mit der Anlage begonnen. Der Landschaftsgarten wurde von Hofgartendirektor Carl von Effner konzipiert und ausgebaut. Die Parkkomposition war in den letzten 50 Jahren durch vernachlässigte Pflege weitgehend verloren gegangen: Unter anderem hatte sich die Wegeführung verschoben, Brücken waren verschwunden. Engagiert setzt sich der Eigentümer Peter Riederer Freiherr von Paar für die Gesamtinstandsetzung des Schlossparks ein. Inzwischen ist der eindrucksvolle Landschaftspark dank dieses Engagements wieder erlebbar und stellt einen großen Gewinn für die Region dar.

Im Jahr 1998 erwarben die Eheleute Friedrich Staib und Bernadette Zurasky das ehem. Winzerhofgut aus dem 17. Jh. in Sulzfeld a. Main (Lkr. Kitzingen, Unterfranken). Acht Jahre, von 1999 bis 2007, dauerte die Gesamtinstandsetzung. Historische Teile der Fenster und Türen wurden repariert, fehlende in bauzeitlicher Formensprache ergänzt, die barocke Treppenanlage restauriert und das gesamte Gebäude denkmalverträglich modernisiert. Heute ist die Historie der Anlage in all ihren zeitlichen Schichten wieder ablesbar.

Das Wohnhaus des Einfirsthofs (sog. Fetzergütl oder Nazipeterhof) in Marquartstein (Lkr. Traunstein, Oberbayern) aus dem Jahr 1643 gilt als das älteste gemauerte Gebäude der Region. Türen, Fenster und Fassade zeugen noch heute von seiner einstigen Bedeutung. Im Innern blieb dem bäuerlichen Anwesen ein hohes Maß an Authentizität erhalten. Die Eheleute Birgit und Johann Troibner erbten den Hof und setzten das seit Generationen in Familienbesitz befindliche Anwesen mit großem Einsatz und denkmalpflegerischem Verständnis instand.

Das ehem. Hirtenhaus in Happurg (Lkr. Nürnberger Land, Mittelfranken) wurde 1811 als Wohnung des Gemeindehirten errichtet. Durch den unverbauten Zusammenhang mit dem gegenüberliegenden Hutanger und einer Weide ergibt sich hier die seltene Gelegenheit, die Strukturen einer bäuerlichen Siedlung Mittelfrankens im frühen 19. Jahrhundert anschaulich nachzuvollziehen. Das Haus war akut gefährdet, als Doris und Andreas Utzat aus Birgland, (Lkr. Amberg-Sulzbach, Oberpfalz) es erwarben. Bei der Instandsetzung stand die Konservierung der vorhandenen Bausubstanz im Vordergrund. So wurde eine sonst kaum gewürdigte Denkmalgattung erhalten.

Das repräsentative Wohn- und Geschäftshaus am westlichen Rand der Altstadt von Passau (Niederbayern) gehört zu den sehr wenigen Gründerzeitbauten im Altstadt-Ensemble. Sein Erscheinungsbild wird wesentlich von einem reich ausgestalteten Mansard-Dach geprägt. Seit einigen Jahren verfolgt die Eigentümerin, Frau Priska Wiesend (Nieder-Olm, Rheinland-Pfalz), ein Instandsetzungsprogramm, das sich am Originalzustand des Gebäudes orientiert. Engagiert und mit hohen finanziellen Eigenleistungen realisierte sie die Wiederherstellung des markanten Daches.

Aus terminlichen Gründen konnten nicht an der Ehrung teilnehmen:

  • Familie Stegerwald aus Retzbach im Lkr. Main-Spessart,
  • Dieter Hofmann aus Lohr am Main ebenfalls im Lkr. Main-Spessart,
  • Familie Friedrich Winter aus Burgsalach im Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen
  • sowie die Eheleute Andrea und Stefan Schneider aus Mürsbach im Lkr. Bamberg.

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