Bildungsminister Metelmann: Schulentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern kontinuierlich fortgesetzt

"Mit der Verabschiedung der Novelle zum Schulgesetzes im Juni diesem Jahres wurde ein wichtiger Baustein für die kontinuierliche Schulentwicklung in unserem Land bereitgestellt. Das Gesetz liefert aber nur den Rahmen, im Schuljahr 2005/06 beginnen wir gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern und allen Partnern, die am Schulleben beteiligt sind, mit der Ausgestaltung dieses Rahmens", so Bildungsminister Prof. Dr. Dr. med. Hans-Robert Metelmann.

23.08.2005 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Ganztagsschulen

Der Ausbau von Ganztagsschulen wird zum Schuljahr 2005/06 weiter fortgesetzt. So nehmen 15 neue Ganztagsschulen ihre Arbeit zu Beginn des neuen Schuljahres auf. Damit steigt seit dem Schuljahr 2002/03 die Zahl der genehmigten Ganztagsschulen von 70 auf 147 öffentliche Ganztagsschulen und 32 Ganztagsschulen in freier Trägerschaft. An den ganztägigen Angeboten werden etwa 25.000 Schülerinnen und Schüler teilnehmen.

Aus dem Investitionsprogramm des Bundes zum Ausbau von Ganztagsschulen stehen Mecklenburg- Vorpommern insgesamt 93,7 Mio. ? zur Verfügung. Bisher sind Fördermittel in Höhe von 29,7 Mio. Euro mit 63 Zuwendungsbescheiden ausgereicht worden. Im Jahr 2005 ist eine Gesamtfördersumme in Höhe von 23,4 Mio. Euro geplant. Davon sind bis zum 31.07.2005 bereits 31 Vorhaben mit einem Fördervolumen von 17, 5 Mio. Euro bewilligt.

Mit dem Ausbau der Ganztagsschulen wird die Chancengleichheit für unsere Kinder in der Bildung erhöht. Ganztagsschule kann mangelnde Betreuungs- und Fördermöglichkeiten in der Familie oder schwache regionale Bildungsangebote außerhalb der Schulen ausgleichen, sie schaffen eine verlässliche Lern- und Lebenswelt.

Längeres gemeinsames Lernen

Lernen in der Heterogenität der Gruppen, mit dem Ziel, das Leistungsniveau zu heben, Chancengleichheit im Blick. Längeres gemeinsames Lernen ist pädagogisch und organisatorisch anspruchsvoll, setzt veränderte Lehrerverantwortung und veränderten Unterricht voraus.

In diesem Herbst beginnt die Fortbildung für die Lehrkräfte. Dazu gehören Fachvorträge und Seminare mit Bildungswissenschaftlern und erfahrenen Lehrerinnen und Lehrern. Die Fortbildungen richten sich an alle SchulleiterInnen von Regionalen und Gesamtschulen und jeweils 3 LehrerInnen, die in den Teams in den Klassenstufen 5 und 6 arbeiten werden. Im September 2005 wird eine Fachtagung stattfinden. Weiterhin ist eine 6-tägige Fortbildung für SchulleiterInnen sowie eine 2-tägige Fortbildung für Lehrkräfte vorgesehen. Insgesamt sind 5 Tage Fortbildung für Lehrkräfte vorgesehen, das Fortbildungsprogramm wird über drei Jahre fortgeführt. Die Vorbereitung und Durchführung der Fortbildung wird von Schabernack e.V. in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schule und Ausbildung M-V (LISA) vorgenommen.

Gleichzeitig erarbeiten die Schulen im Schuljahr 2005/2006 im Rahmen ihrer Schulprogrammarbeit am Konzept zur Umsetzung des längeren gemeinsamen Lernens.

Mehr Selbstständigkeit für Schulen

20 Schulen des Landes starteten im Schuljahr 2004/ 2005 mit dem Modell "Mehr Selbstständigkeit für Schulen". Sie übernahmen eigenständig die Ausgestaltung von den Arbeitsfeldern Personalmanagement, Unterrichtsgestaltung/-organisation, Mittelbewirtschaftung sowie inner- und außerschulische Partnerschaften.

Durch die eigenverantwortliche und bedarfsorientierte Stundenvergabe konnte der Unterrichtsausfall an diesen Schulen deutlich reduziert werden. Die Lehrerinnen und Lehrer arbeiten nach eigenen Aussagen engagierter mit einer höheren Arbeitszufriedenheit, was weniger Erkrankungen von Lehrkräften zur Folge hat.

Die positiven Ergebnisse des Modellvorhabens werden bereits während der Modellphase im Schuljahr 2005/06 auf andere Schulen übertragen. So haben die Schulleiter aller Schulen des Landes mit Beginn des kommenden Schuljahres die Befugnis erhalten, selbstständig Neueinstellungen vorzunehmen.

Die neue Abiturprüfungsverordnung

In den Hochschulen wird seit langem die unzureichende Studierfähigkeit der Abiturientinnen und Abiturienten beklagt, zurückgeführt auf ihre zu früh einsetzende Spezialbildung. Der Wissenschaftsrat hat seit Jahren eine Reform des Hochschulzuganges gefordert. Mit der Novelle des Schulgesetzes wird das Abitur wieder Ausweis einer breiten Allgemeinbildung auf hohem Niveau. Hauptfächer bezeichnen den Kernbestand unserer Bildung. Dieses verstärkte Abitur soll im Schuljahr 2007/2008 erstmalig abgelegt werden, es wird zum Ausweis einer allgemeinen Hochschulreife.

Grundlage der Umgestaltung der gymnasialen Oberstufe ist die neue Abiturprüfungsverordnung (APVO) vom 04.07.2005. Diese ist seit 01.08.2005 in Kraft und gilt erstmals für die Schülerinnen und Schüler der kommenden Jahrgangsstufe 10 im gymnasialen Bildungsgang. Diese Jahrgangsstufe wird somit wieder das Abitur nach 12 Schuljahren ablegen.

Die Jahrgangsstufe 10 besitzt in der gymnasialen Ausbildung zukünftig eine Doppelfunktion. Sie ist der Abschlussjahrgang des Sekundarbereichs I und gleichzeitig Teil der Einführungsphase in die Sekundarstufe II. Die Übergangsprüfung am Ende der Jahrgangsstufe 10 hat nunmehr die Funktion der Versetzungsentscheidung in die Qualifikationsphase.

Ausreichende Größe einer Schule

Im Zusammenhang mit den drastisch abnehmenden Schülerzahlen sind in den letzten zehn Jahren in unserem Land immer mehr kleine und kleinste Schulen entstanden. Diese Schulen haben organisatorische Schwierigkeiten. Aus ihrem kleinen Kollegium heraus fällt es ihnen häufig genug schwer, alle Unterrichtsfächer gut abzudecken, Vertretungsunterricht unkompliziert zu organisieren und damit Unterrichtsausfall zu vermeiden, Lehrertourismus so weit wie möglich einzuschränken. Für die weiterführenden Schulen müssen wir Qualität über förderliche Größen von Schülerzahlen und Klassen erreichen.

Im Ergebnis des Anmeldeverfahrens zum Schuljahr 2005/06 haben 91 Regionale Schulen bzw. Realschulen bei den fünften Klassen die geforderten Schülermindestzahlen nicht erreicht. Hier wurden 66 Ausnahmegenehmigungen erteilt, in 25 Fällen wurde eine solche Genehmigung abgelehnt. Ausschlaggebend war dabei die Entwicklung der Schülerzahlen in den kommenden Jahren, die Schulentwicklungsplanung der Kreise sowie die Zumutbarkeit der Schulwege.


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