Nach PISA: Mehr Chancengleichheit schaffen durchs Internet

Als Konsequenz der Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie fordert die Initiative D21, vor allem mehr solche Schüler ans Internet heranzuführen, die wegen Ihrer sozialen Herkunft schlechtere Bildungschancen besitzen. Dazu gehören beispielsweise Kinder aus Migrantenfamilien. Sie stellen allein beim PISA-Testsieger Bayern 20 Prozent aller Jugendlichen ohne Schulabschluss.

15.07.2005 Pressemeldung Initiative D21 e. V.

Das Internet kann nicht nur für mehr Chancengleichheit sorgen. Es schult auch die Medienkompetenz und erleichtert damit gerade Jugendlichen mit einfachem Bildungsrad den Berufseinstieg. "Wer von vornherein schlechtere Berufsaussichten besitzt als andere, kann es sich am wenigsten leisten, seine Chancen auszulassen" sagt Thomas Ganswindt, Vorstandsvorsitzender der Initiative und Vorstandsmitglied der Siemens AG.

Ergebnisse des aktuellen (N)ONLINER Atlas der Initiative D21 zeigen, dass besonders häufig Bürgerinnen und Bürger mit einfachem Bildungsgrad die Möglichkeiten des Internets nicht nutzen: Nur knapp 25 Prozent der Volksschüler ohne Lehre sind online. Bei den Abiturienten sind es hingegen knapp 82 %.

Nach Auffassung der OECD bestimmt in keinem anderen der PISA-Teilnehmerstaaten die soziale Herkunft den Bildungserfolg stärker als in Deutschland. Dieser Missstand wird durch das unterschiedliche Internet-Nutzungsverhalten verschärft. "Es vertieft sich die Kluft zwischen den Bevölkerungsschichten", warnt Ganswindt. "Die soziale Herkunft darf nicht zum entscheidenden Kriterium für Bildungs- und Zukunftschancen werden. Deshalb muss die Förderung von Kindern bereits im vorschulischen Bereich ansetzen. Dabei kann der Einsatz neuer Medien eine entscheidende Rolle spielen. Wenn wir nicht stark in die Frühförderung investieren, werden sich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen, die sich bereits heute abzeichnen, weiter verschärfen", ergänzt Jürgen Gallmann, Stellvertretender Vorsitzender der Initiative D21 und Geschäftsführer von Microsoft Deutschland.

Die Initiative D21 ist Deutschlands größte Partnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft (Public Private Partnership). In diesem "Netzwerk für die Zukunft" initiieren und begleiten mehr als 400 Vertreterinnen und Vertreter von Parteien, Unternehmen, Vereinen und anderen Einrichtungen gemeinnützige Projekte wie den Girls' Day oder den (N)ONLINER Atlas. Mit ihrem Engagement wollen sie die Rahmenbedingungen für einen schnellen und erfolgreichen Wandel zur Informations- und Wissensgesellschaft verbessern und so Deutschland international wettbewerbs- und zukunftsfähiger machen. Im Mittelpunkt steht das Ziel, möglichst alle gesellschaftlichen Gruppen sowie Schulen, Behörden, Verbände und Unternehmen zu einem souveränen Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien zu befähigen. Diese Schlüsselqualifikation fördert D21 mit zielgruppengerechten Projekten zu den Themen: Bildung, Qualifikation und Chancengleichheit; Sicherheit und Vertrauen im Internet; eGovernment; IT im Gesundheitswesen sowie Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Dafür setzen sich unter anderem Bundeskanzler Gerhard Schröder als Beiratsvorsitzender und zahlreiche deutsche Top-Managerinnen und -Manager ein. Die Initiative D21 ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Sie besteht seit 1999.

Ansprechpartner

Initiative D21 e. V.

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