Rau bezeichnet Realschule als Erfolgsmodell
Kultusminister Helmut Rau MdL hat den Realschulen im Land ein gutes Zeugnis ausgestellt. Bei einer Tagung von Schulräten aus dem Realschulbereich am Donnerstag in Untermarchtal (Alb-Donau-Kreis) sprach Rau von einem Erfolgsmodell, "an dem wir festhalten werden". Für die Zukunft werde es von entscheidender Bedeutung sein, "dass eine noch engere Verzahnung der Realschule mit dem beruflichen Schulwesen gelingt".
17.11.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergZiel sei es, die Berufsbefähigung der Realschulabgänger weiter zu stärken. Der Zuwachs an theoretischen Anforderungen werde gerade beim Generationswechsel in Handwerk und Mittelstand deutlich. Die Realschule biete bereits ein Bildungskonzept mit einer vertieften Theorie und ausgeprägten praktischen Bezügen. Dies erleichtere den Brückenbau zum beruflichen Schulwesen, insbesondere zu den beruflichen Gymnasien. Der Schlüssel zu einer weiteren Verbesserung der Unterrichtsqualität liege in der individuellen begabungs- und leistungsgerechten Förderung. Die Forderung der Landtagsopposition nach einer Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen lehnte der Kultusminister erneut ab. "Wer die Realschule abschaffen will, der verkennt, welche ausgezeichnete pädagogische Arbeit in dieser Schulform geleistet wird."
Realschulen genießen hohe Akzeptanz
Jährlich steige die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die eine Grundschulempfehlung für das Gymnasium erhielten und dennoch die Realschule besuchten. Dies seien derzeit über 15 Prozent der Grundschüler mit Gymnasialempfehlung. Der gute Ruf und die hohe Akzeptanz bei Eltern und Schülern würden in dem Angebot an zeitgemäßen Unterrichtsinhalten und Lernformen begründet liegen. Vor allem in den Fächerverbünden und den "Themenorientierten Projekten" werde selbstständiges Lernen gefördert. Die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler nach der Mittleren Reife über die beruflichen Gymnasien einen Anschluss zur Hochschulreife haben, trage ebenfalls zur Attraktivität der Realschule bei. Der Kultusminister würdigte die Realschulen auch als Motoren bei der Umsetzung der Bildungsplanreform. Der neue Bildungsplan werde im laufenden Schuljahr bereits in den Klassenstufen 5 bis 8 unterrichtet.
Rau forderte Netzwerkbildung
Die Schulräte im Realschulbereich forderte Rau auf, sich als Motoren für innovative Schulentwicklung zu verstehen. Er appellierte an die Vertreter der unteren Schulaufsichtsbehörden, die Netzwerkbildung zwischen Schule und außerschulischem Umfeld zu unterstützen. Als Beispiele nannte Rau die Kooperation zwischen Schulen und Betrieben, Arbeitsämtern und Kammern. Darüber hinaus sei es sinnvoll, auch Jugendämter, Volkshochschulen und die Kreismedienzentren in die Netzwerkarbeit einzubinden. Hauptaufgabe der Schulbehörden auf Ebene der Landkreise und Regierungspräsidien sei jedoch nach wie vor die Sicherung des Pflichtunterrichts an den Schulen. Bei der Vergabe von Lehrerwochenstunden über den Pflichtbereich hinaus müsse der Nutzen für die Schülerinnen und Schüler im Vordergrund stehen. "Alle Unterrichtsstunden müssen bei den Schülerinnen und Schülern ankommen und zu deren Förderung beitragen", betonte der Kultusminister.
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