Russische Schulpsychologen besuchen Berlin

Russische Schulpsychologinnen aus Moskau haben in der vergangenen Woche sieben Berliner Schu-len besucht und sich über die pädagogische Arbeit an Berliner Schulen und die Arbeit von Schulpsychologen informiert.

19.05.2006 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Für diesen Erfahrungsaustausch mit Berlins Partnerstadt Moskau hat Bildungssenator Klaus Böger (SPD) die Schirmherrschaft über den Workshop deutscher und russischer Schulpsychologen übernommen. Der Aufenthalt ist der Gegenbesuch nach einer Einladung an Berliner Schulpsychologen im Jahr 2005. Das gesamte internationale Kooperationsprojekt steht unter der Schirmherrschaft von Ljudmila Putina, Unterstützerin des Zentrums für die Entwicklung der russischen Sprache in Moskau.

In Marzahn-Hellersdorf besuchte die Delegation die Bücherwurm-Grundschule, um sich über die neue Schulanfangsphase, die Vorteile der vorgezogenen Einschulung, Schulfähigkeit, Jahrgangs-übergreifenden Unterricht und die Integration von Behinderten zu informieren. Ein besonderer Schwerpunkt war die Zusammenarbeit des Schulpsychologischen Beratungszentrums mit den Grundschulen.

An der Thüringen-Oberschule, die einen pädagogischen Schwerpunkt in der Integration von russischen Aussiedlerkindern hat, wurden besondere Förderkonzepte vorgestellt. Ziel ist hierbei die Überwindung sprachlicher Defizite und die soziale und kulturelle Integration russischer Aussiedler. Besonderer Wert wird auf die Elternarbeit gelegt. Ein weiterer Besuchsort war die Erwin-Strittmatter-Schule als sonderpädagogisches Förderzentrum, um die Kooperation von Schulpsychologen und Sonderpädagogen in Berlin zu diskutieren.

In Tempelhof-Schöneberg war die Delegation in der Fläming-Grundschule zu Gast. Die Fläming-Schule ist ein Pionier der Integration von Behinderten in Berlin. Formen der integrativen Beschulung von behinderten und nicht behinderten Kindern stehen hier im Vordergrund.

An der Teltow-Grundschule wurden Fragen der sprachlichen Förderung und der Integration von Kindern nichtdeutscher, vor allem türkischer und arabischer Herkunft diskutiert, ebenso pädagogische Konzepte der Sprachförderung vor der Einschulung, der Schulanfangsphase u.a. Schulstation und Ganztagsschule sind pädagogische Angebote dieser Schule in einem sozialen Brennpunkt.

Die Werner-Stephan-Oberschule bot den Gästen die Gelegenheit, sich über Konzepte der pädagogischen Arbeit an Hauptschulen zu informieren. Integration von Behinderten, Schülerfirmen, Abbau von Schuldistanz und Gewaltprävention waren hierbei die Hauptthemen, ebenso die Vernetzung einer Schule mit außerschulischen Diensten und Vereinen.

Die Sophie-Scholl-Oberschule schließlich zeigt ein gelungenes Konzept von Gesamtschule in Berlin. Neben Integrationsklassen, bilingualem Unterricht und Oberstufenpädagogik beschäftigten sich die russischen Schulpsychologinnen mit der Schulsozialarbeit.

Das gesamte Besuchsprogramm steht unter der übergeordneten Fragestellung, wie Schulpsychologen die pädagogische Arbeit von Schulen in Berlin unterstützen. Diagnostik, Beratung und psychologische Interventionen nehmen einen großen Raum der Diskussionen ein. Auch das Berliner Modell der Gewaltprävention und Krisenintervention wird dabei vorgestellt.

Bildungssenator Klaus Böger: "Berlin unternimmt im Rahmen gegebener Möglichkeiten große Anstrengungen und schätzt die Arbeit seiner Schulpsychologen sehr. Sie sind ein fester Bestandteil der Berliner Schule – als ganz konkrete psychologische Unterstützung für Schüler, Eltern und Lehrer. Diesen unterstützenden Dienst gilt es zu erhalten."


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