Schavan würdigt Arbeit des Landesschülerbeirats

Bei einer Feierstunde anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Landesschülerbeirats würdigte Kultusministerin Dr. Annette Schavan am Dienstag im Neuen Schloss die Arbeit der landesweiten Schülervertretung. Der Landesschülerbeirat habe sich durch seine Initiativen und Projekte Respekt und Anerkennung erworben und sei für das Kultusministerium zu einem wichtigen Gesprächspartner geworden. Die Ministerin hob in ihrer Ansprache die Bedeutung der Schülermitverantwortung hervor. "Wir brauchen junge Menschen, die bereit sind, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen." Die aktive Teilnahme am schulischen Leben stärke die Verbundenheit mit der Schule und fördere die Persönlichkeitsentwicklung.

08.03.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Der Europarat habe das Jahr 2005 zum "Europäischen Jahr der Demokratieerziehung" ausgerufen. Dies sei ein "wichtiges Signal zur richtigen Zeit" und unterstreiche den Stellenwert der Schule als Ort gelebter Demokratie. "Demokratie kann nicht in der Theorie gelernt, sondern muss in der Praxis eingeübt werden." Schavan erinnerte an den im September 2004 in Ludwigsburg vom Landesschülerbeirat und dem Kultusministerium veranstalteten Kongress mit dem Titel "Verantwortung einüben - In Gemeinschaft leben - Demokratie lernen".

Die dort vorgestellten schulischen Projekte und Initiativen zeigten, dass "eine lebendige, von den Schülerinnen und Schülern getragene Schule Elan und Aufbruchstimmung vermittelt." Schavan verwies in diesem Zusammenhang auf die Bildungsplanreform. Die neuen Bildungspläne eröffneten weitreichende Möglichkeiten, Schule und Unterricht mitzugestalten. Insbesondere bei der Entwicklung der Schulcurricula könnten Schülerinnen und Schüler ihre Ideen und Vorstellungen einbringen. Der enge Austausch mit den Schülergremien vor Ort ermögliche es dem Landesschülerbeirat, bei der Umsetzung der Bildungsplanreform als Multiplikator guter Ideen zu wirken.

Von der landesweiten Schülervertretung seien bereits in der Vergangenheit zahlreiche Impulse und Anregungen ausgegangen. Das Gremium habe sich in die bildungspolitische Reformdebatten immer wieder mit eigenen Vorschlägen eingebracht und dabei ein eigenes Profil entwickelt. Der Landesschülerbeirat werde vom Kultusministerium als Partner bei der qualitativen Weiterentwicklung von Schule und Unterricht angesehen und ernst genommen. Die Ministerin erinnerte darüber hinaus an die gelungenen Projekte "Brückenschlag" und "Im Zeichen der Integration". Der Landesschülerbeirat habe gerade durch seine konkrete Arbeit dafür gesorgt, "dass die anfängliche öffentliche Skepsis gegenüber dem neuen Gremium in kurzer Zeit überwunden werden konnte." Schavan hob insbesondere die Initiative des Landesschülerbeirats zur Ausrichtung eines regelmäßig stattfindenden Landesschülerkongresses hervor. Seit dem Startschuss im Jahr 1997 hätten sich die Kongresse zu einem anerkannten Forum für bildungspolitische Themen aus Schülersicht entwickelt. Der Landesschülerkongress sei mittlerweile der größte seiner Art in ganz Deutschland und wirke als bildungspolitische Ideenwerkstatt.

Der aus 24 ordentlichen Mitgliedern bestehende Landesschülerbeirat ist am 9. Mai 1994 im Großen Sitzungssaal des Neuen Schlosses zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetroffen. Der Landesschülerbeirat vertritt in allgemeinen Fragen des Erziehungs- und Bildungswesens die Anliegen und Interessen der Schülerinnen und Schüler gegenüber dem Kultusministerium. Das Gremium kann selber aktiv werden und eigene Vorschläge und Anregungen einbringen. Mit der Gründung des Landesschülerbeirates wurde gleichzeitig ein bundesweit neuer Akzent bei der Zusammensetzung von Schülergremien gesetzt. Als erstes deutsches Land hat Baden-Württemberg eine landesweite Schülervertretung geschaffen, in der alle weiterführenden Schularten in gleicher Stärke vertreten sind - von den Haupt- und Realschulen, über das Gymnasium bis hin zu den beruflichen Schulen und den Sonderschulen.

Die Initiative zur Gründung des Landesschülerbeirates ging von der ehemaligen Kultusministerin Dr. Marianne Schultz-Hector aus. Sie forderte 1992 die Schülervertreter im Landesschulbeirat auf, ein Konzept für eine landesweite Schülervertretung zu entwickeln. Die Schülermitverantwortung kann in Baden-Württemberg bereits auf eine lange Tradition zurückblicken. Als eines der ersten deutschen Länder schuf Baden-Württemberg vor über dreißig Jahren die gesetzlichen Grundlagen für die Schülermitverantwortung.


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