"Wir schaffen neue Anmeldeverbünde für Grundschulen und zwei neue Kooperative Gesamtschulen"

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig hat heute die abschließende Fassung des Schulentwicklungsplans 2005 bis 2015 für Hamburg vorgestellt, die am 5. Januar der Depu-tation der Bildungsbehörde zur Beschlussfassung vorliegt.

17.12.2004 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

"Nach der Präsentation unseres Referentenentwurfs zur Schulentwicklungsplanung Anfang November haben uns in der Stellungnahmen-Phase bis zum 7. Dezember über 800 Einga-ben von Eltern-, Schüler- und Lehrerschaft, aus Gremien und Institutionen des politischen und gesellschaftlichen Raums erreicht. Ich habe viele dieser Ideen und Interventionen mit Eltern- und Schüler-Vertretern diskutiert, zum Teil auch vor Ort an den betroffenen Schulen. Darunter waren zahlreiche konstruktive und weiterführende Vorschläge für die Weiterent-wicklung der Standortstruktur in Hamburg, von denen wir nun eine ganze Reihe in unseren ursprünglichen Maßnahmenkatalog eingearbeitet haben. Der von der Bürgerschaft einmütig beschlossene demokratische Beteiligungsprozess hat sich ganz hervorragend bewährt. Ich möchte allen danken, die daran mitgearbeitet haben, insbesondere den Eltern- und Schülerräten sowie den Vertretern vieler Institutionen und Unternehmen", so die Bildungssenatorin.

Im Einzelnen schlägt die Behörde der Deputation nun vor  an 18 Schulen strukturelle Veränderungen vorzunehmen, etwa durch Fusion, Führung als Zweigstelle oder Schaffung zweier neuer Kooperativer Gesamtschulen (wodurch insgesamt acht Schulleitungen wegfallen),  13 Schulformangebote aufzugeben,  sechs Grundschulen in zwei Anmeldeverbünden zu erhalten  und auf zehn Schulstandorte im Laufe der nächsten Jahre vollständig zu verzichten.

Die Anmeldeverbünde sollen die Funktion der Bezirksgrundschule übernehmen. In ihnen sind benachbarte Grundschulen zu einem gemeinsamen Einzugsgebiet verbunden. Eltern melden ihr Kind zum Schulanfang im regional zuständigen Anmeldeverbund an und benennen dabei in einer Prioritätenliste ihre erste, zweite, usw. Wunschschule. Die Schulen des Anmeldeverbundes entscheiden direkt, aber in gemeinsamer, zeitgleicher Abstimmung un-tereinander über die Aufnahme der angemeldeten Kinder. Bei Einschulungswünschen für Schulen, die außerhalb des Anmeldeverbundes liegen, wird gleichfalls mit einem Antrag über den Verbund angemeldet.

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig: "Anmeldeverbünde stärken das Elternwahlrecht und dienen der Orientierung der Eltern über das Angebot in Wohnortnähe. Sie bieten eine gesunde Steuerungsfunktion zur Versorgung mit einem wortortnahen Schulangebot und stärken die Selbstverantwortung dieser Schulen. die Anmeldung der zukünftigen Grundschüler in Anmeldeverbünden gewährleistet die Erfassung aller schulpflichtigen Kinder."

In den zwei neuen Kooperativen Gesamtschulen im Hamburg Osten und Westen wer-den die Schülerinnen und Schüler wie schon in den bestehenden, stark frequentierten Schulen dieses Typs in der Orientierungsstufe (Jahrgangsstufen 5 und 6) gemeinsam unterrichtet. Erst ab der 7. Klasse besuchen sie je nach individuellem Leistungsvermögen eine Haupt-, Realschul- oder Gymnasialklasse. Die drei unterschiedlichen Schulformen werden in diesem Schultyp unter einem organisatorischen Dach geführt. Das derart entstehende gemeinsame Kollegium und übergreifende Fördermaßnahmen erleichtern den Schülerinnen und Schülern den Übergang zwischen den Schulformen und schaffen das Bewusstsein, Teil einer Stadteilschule zu sein. Im Einzelfall können Schülerinnen und Schüler bei entsprechenden Leistungen auch am Fachunterricht einer anderen Schulform teilnehmen.

Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig: "Wir wollen mit diesen Kooperationen nicht nur einzelne Schulen stärken sondern auch dieses besonders attraktive Schulangebot in weiteren Stadtteilen Hamburgs anbieten. Die ge-meinsame Schulleitung ist hier eine gute Grundlage für die Schaffung bzw. Fortentwicklung von erfolgreichen Schulprofilen."


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