Zum Besuch des UN-Menschenrechtsexperten Munoz
"Den Rat des UN- Menschenrechtsexperten Vernor Munoz, eine offene Debatte über Inhalte, Organisation und Struktur seiner Schulen zu führen, befolgt der VBE schon lange", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Bereits im Mai des vergangenen Jahres hat der VBE mit dem Konzept der Allgemeinen Sekundarschule ein Schulstrukturmodell vorgelegt, das Antworten auf die heute von Munoz aufgeworfenen Fragen gibt."
22.02.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWDie Empfehlungen des Menschenrechtsexperten stehen im krassen Gegensatz zu dem, was die nordrhein- westfälische Landesregierung mit ihrer Gesetzesnovelle intendiert. Während Munoz die zu frühe Aufteilung von Kindern auf bestimmte Schulformen sehr kritisch sieht, will die Landesregierung diese frühe Aufteilung mit dem Vorziehen des Einschulungsalters in Zukunft noch verschärfen.
"Einmal mehr ist uns von einem neutralen Beobachter gesagt worden, dass unser Schulsystem herkunftsbedingte Nachteile noch verstärkt", so Beckmann weiter. "Man fragt sich, wie viele Berichte und Empfehlungen es noch geben muss, bis ein verändertes Denken weg von der strengen Auslese und hin zu mehr Integration und Förderung auch in den Köpfen unserer Bildungspolitiker seinen angemessenen Platz bekommt."
In dem vom VBE vorgelegten Modell der Allgemeinen Sekundarschule werden von Klasse 5 bis einschließlich Klasse 10 alle Kinder unter einem Dach unterrichtet. Es handelt sich bei dieser Schule um eine organisatorische, pädagogische und schulrechtliche Einheit, in der das Kollegium für alle Kinder verantwortlich sein soll und keine Schüler abgeschoben werden kann. Die Allgemeine Sekundarschule ist dabei eine Schule der Vielfalt. In Absprache zwischen Schule und Schulträger kann sie genauso in integrierter Form wie mit nach Klasse 6 getrennten Bildungsgängen arbeiten. Sie wird sowohl den Forderungen an eine eigenverantwortliche Schule als auch der von Munoz gestellten Forderung nach besseren Bildungschancen für sozial Benachteiligte gerecht.
"Die Anmerkungen des Bildungsexperten der UN- Menschenrechtskommission zeigen uns, dass der VBE mit diesem Modell auf dem richtigen Weg ist", so Beckmann abschließend. "Sie zeigen uns auch, dass die von der Landesregierung geplanten Maßnahmen wie Prognoseunterricht oder verbindlichere Grundschulempfehlungen, die die Auslese noch verschärfen sollen, die falsche Richtung sind."
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