Chancengleichheit

Ärmere Haushalte mit weiterem Weg zu Kindergärten und Schulen

In Deutschland benötigen Haushalte mit niedrigem Einkommen durchschnittlich mehr Zeit, um Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen zu erreichen. Die Unterschiede zu wohlhabenderen Haushalten betragen zwar meist nur wenige Minuten pro Weg, aufs Jahr gesehen bedeuten diese aber eine deutliche zeitliche Mehrbelastung.

13.09.2021 Bundesweit Pressemeldung Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim
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Die längeren Wegstrecken gehen einher mit einer geringeren Zufriedenheit mit dem eigenen Wohnumfeld, wie eine aktuelle Analyse des ZEW Mannheim gemeinsam mit der Universität Göttingen zeigt. Datengrundlage ist der ARB-Survey, der 2018/2019 für den Sechsten Armuts- und Reichtumsbericht (ARB) der Bundesregierung durchgeführt wurde. Für die statistische Auswertung wurden die untersuchten Haushalte anhand ihres Einkommens in fünf gleich große Gruppen eingeteilt.

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Entfernung zur Gesundheitsversorgung ist vom Einkommen abhängig

Auch der Zugang zu weiteren Einrichtungen der Daseinsvorsorge wie Gesundheitsversorgung oder kulturellem Angebot ist vom Einkommen abhängig. Gefragt nach der Entfernung zum nächsten Arzt oder Krankenhaus, berichten die ärmsten Haushalte die im Vergleich längsten Wege. Während in allen Einkommensquintilen die Hälfte der Haushalte maximal zehn Minuten zum nächsten Arzt unterwegs ist, kommen längere Wege von 20 Minuten oder mehr vor allem im ärmsten Quintil vor. Unter diesen Personen ist der Wunsch nach Investitionen in das Gesundheitssystem mit 59 Prozent besonders ausgeprägt. Wer den Arzt hingegen in maximal fünf Minuten erreicht, sieht deutlich seltener Investitionsbedarf (29 Prozent).

Zur nächsten kulturellen Einrichtung oder Veranstaltung wie etwa Kino oder Theater benötigen die befragten Haushalte im Durchschnitt rund 20 Minuten. Der Median liegt in vier der fünf der Quintile ebenfalls bei 20 Minuten, nur im reichsten Fünftel der Haushalte bei 15 Minuten. Dies gilt auch unabhängig von der Gemeindegröße und anderen Merkmale, in denen sich die Wohnorte unterscheiden. Investitionsbedarf in Freizeitangebote sehen nur 24 Prozent der Befragten und dies weitestgehend unabhängig von der Entfernung zur nächstgelegenen Kultureinrichtung.

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Die Studie zum Download finden Sie hier.


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