Statistik zu Kitas

Dortmunder Arbeitsstelle stellt aktuelle Datenzusammenstellungen zur Verfügung: Personal, Ganztagsplätze, U-3-Ausbau

14.01.2011 Artikel

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift KomDat (Heft 3/10) werden in 3 kurzen Beiträgen Zusammenfassungen zu aktuellen Trends gegeben, die sich aus der aktuellen Statistik erschließen.

Das Personal in KiTas In dem beigefügten Beitrag verweist Frau Fuchs-Reichlin u.a. darauf hin, dass entgegen der ursprünglichen Erwartung, dass sich aus dem Rückgang der Kinderzahlen auch ein Personalabbau die Folge sein würde, von einem steigenden Personalbedarf auszugehen sei. Es gelte daher die Anzahl der Tätigen zu steigern und die Arbeitsbedingungen so zu verbessern, dass auch "Ältere" länger tätig bleiben könnten.

Die von Frau Fuchs-Reichlin begründete Schlussfolgerung ist nicht neu und hätte schon längst zu Aktivitäten in Bezug auf Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen aber auch in Bezug auf die Erhöhung der Ausbildungskapazitäten führen können und müssen. Diese Untätigkeit scheint darauf hinzudeuten, dass die Mehrbelastung, die durch die steigende Nachfrage vor allem dann, wenn auch der Rechtsanspruch für Kinder unter 3 Jahren uneingeschränkt im Jahr 2013 gilt, wie auch schon im Jahr 1996 zu Lasten der Mitarbeiterinnen gehen sollen. Im übrigen ergibt sich nicht nur ein erheblicher Personalbedarf aufgrund der ausgeweiteten Angebote, sondern auch durch die hoffentlich in Kürze realisierte Verringerung der Gruppenstärken, zumal unter den gegebenen Bedingungen keine angemessene Begleitung von Kindern mehr erfolgen kann.

Ganztagsplätze im Kindergartenalter - ein knappes Gut? Frau Josefin Lotte weist darauf hin, dass die zeitliche Nutzung von Tageseinrichtungen zwischen den Bundesländern noch sehr unterschiedlich ist. In NRW stellt eine Betreuungszeit zwischen 5 und 7 Stunden im Vordergrund. Angesichts der bestehenden Notwendigkeit und der Wünsche von Eltern in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fragt sie, ob dies noch angemessen ist.

Dass es einen wesentlich flexibleren und zeitlich längeren Bedarf gibt, haben in NRW viele Untersuchungen und Befragungen bestätigt. Das geltende Kinderbildungsgesetz mit seinen starren Grenzen, der fixen Kontingentierung für Kinder im Alter unter 3 Jahren und die starre Handhabung vieler Jugendämter in Bezug auf die Zuweisung von nicht bedarfsgerechten Betreuungszeiten weisen darauf hin, dass die Angebote aufgrund der unangemessenen Regelungen des KiBiz genau zu diesem Effekt führen. Innerhalb des 5-Punkte-Planes der Landesregierung soll mit der Einführung einer 55-Stunden-Buchungszeit diesem Mangel begegnet werden. Diese Absicht würde aber die Starrheit des Systems nur fortsetzen und nicht dazu beitragen, dass Einrichtungen in den Stand gesetzt werden, verlässlicher und flexibler auf den sich auch im Laufe eines Jahres ändern Bedarf eingehen zu können.

U3 - Der Ausbau kommt weiter voran Dr. Matthias Schilling hat die Ergebnisse der Kinder- und Jugendhilfestatistik aufbereitet. Die durchschnittliche Inanspruchsquote von 23,1 % unterscheidet sich deutlich zwischen den östlichen und westlichen Bundesländern, aber auch zwischen den Ländern. So ist NRW mit einer Quote von 14 % immer noch das Schlusslicht. Er verweist darauf, dass jetzt zwar differenzierte Angaben zu den quantitativen Aspekten möglich ist, dass jedoch erst nach den in Auftrag gegebenen Befragungen auch qualitative Daten zur Verfügung stehen und mit dem nächsten KiFöG-Bericht veröffentlicht werden sollen.

Neben dem überfälligen Ausbau der Angebote für Kinder unter 3 Jahren sollte nicht außer acht gelassen werden, dass auch die bestehenden Angebote aufgrund veränderte Anforderungen "angepasst" werden müssten. Insofern ergibt sich ein dringender Bedarf für die Fortsetzung des Bundesinvestitionsprogramms, jedoch in NRW auch für ein umfangreiches Länderausbauprogramm.


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