Eindeutiges Ja zur neuen Rechtschreibung
(bikl) Die neue Rechtschreibung ist in den Schulen gut angekommen. Das erklärten heute übereinstimmend auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin Vertreterinnen und Vertreter des Bundeselternrates, der Bundesschülerkonferenz, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie des Verbandes Bildung und Erziehung und des Dachverbandes der Schulbuchverlage, VdS Bildungsmedien, zusammen mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Doris Ahnen, und ihrer Stellvertreterin im KMK-Präsidium, Karin Wolff.
01.10.2004 ArtikelEine in dieser Zusammensetzung "historische" Konferenz titelte der Vertreter der Bundesschülerkonferenz, Dino Maiwaldt, den gemeinsamen Auftritt vor der Presse. Schließlich nehme zum ersten Mal auch die Schülervertretung an einer solchen Veranstaltung teil. Damit machte der Vertreter von 14 Millionen Schülern auch deutlich, dass es sich bei den tatsächlich Betroffenen keineswegs um eine Minderheit handelt.
Bildungsreformen müssten verlässlich sein, um jenen gerecht zu werden, für die sie gemacht werden - "nämlich für die Schülerinnen und Schüler", erklärte Maiwaldt. Ein ständiges Hin und Her aber erzeuge bei den Schülern ein generelles Zweifeln an Reformen.
Der Vorsitzende des Bundeselternrats, Wilfried Steinert, ergänzte, dass die Schülerinnen und Schüler kontinuierlich in die vereinfachenden Regeln der neuen Rechtschreibung hineingewachsen seien. Deshalb, so die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Dr. Eva-Maria Stange, sei eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung unverantwortlich und führe bei den Schülerinnen und Schülern nur zu Verunsicherung. Auch Dr. Ludwig Eckinger, der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), lehnte eine Rücknahme der Reform ab. "Die derzeitige hysterische Debatte um die Rechtschreibreform ist ein eher erschreckendes Zeugnis dafür, dass der langjährige Diskussionsprozess über sinnvolle Änderungen der deutschen Rechtschreibung nicht ernst genommen worden ist."
Alle Mitglieder des Dachverbandes der Schulbuchverlage, die "mit mehreren Hundert Schulberatern tagtäglich in den Schulen sind", so berichtete Dr. Gerd-Dietrich Schmidt, der Vorsitzende des VdS Bildungsmedien, machten die Erfahrung, dass das Erlernen der reformierten Rechtschreibung völlig problemlos verlaufe.
Auf die Frage, wie die Schüler mit der derzeitigen Situation von zwei Rechtschreibungen - nämlich der in der Schule und der in einigen Medien wie FAZ oder demnächst auch Spiegel und WELT - umgingen, erklärte der Schülervertreter, dies sei "außer den Schlechtschreib-Stickern auf manchen Taschen" kein Thema. Der VBE-Vorsitzende sprach von einer "Verunsicherung", die solche Zeitungen produzieren würden. Der Bundeselternvorsitzende empfahl den Medien, die entsprechenden Textstellen zu markieren, während die GEW-Vorsitzende die Entscheidung dieser Medien schlicht "verantwortungslos" nannte.
Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Doris Ahnen verwies noch einmal auf den neuen international besetzten Rat für deutsche Rechtschreibung, der "den weiteren Gebrauch der Schriftsprache beobachten und daraus Folgerungen ableiten soll." Und die KMK-Vizepräsidentin Wolff fasste zusammen: "Die Verunsicherung um die Rechtschreibung muss ein Ende haben. Mit der Einrichtung des Rates stellen wir die dringend erforderliche Verlässlichkeit wieder her."
Siehe auch 'Gemeinsame Presseerklärung von Bundeselternrat, Bundesschülerkonferenz, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Kultusministerkonferenz, Verband Bildung und Erziehung sowie VdS Bildungsmedien' vom 01.10.04
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