Förderung von Kindern in Sprachlernklassen hat Erfolg

Die mangelnden Sprachkenntnisse von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund sind ein zentrales Thema der neuen PISA-Studie: Generell erreichen Jugendliche mit Migrationshintergrund schlechtere Ergebnisse als Jugendliche ohne Migrationshintergrund.

08.12.2004 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Bayern leistet seit Jahrzehnten mit einer breiten Palette von Fördermaßnahmen für ausländische Schülerinnen und Schüler einen wesentlichen Beitrag zum Deutschlernen. Dazu zählen beispielsweise Deutsch-Intensivkurse und Deutsch-Förderkurse, Übergangs- sowie Eingliederungsklassen. "Seit dem Schuljahr 2002/03 gehen wir mit den Sprachlernklassen einen neuen Weg in der Förderung von Kindern mit Sprachdefiziten", betonte Kultusministerin Monika Hohlmeier am Mittwoch beim Besuch einer Sprachlernklasse in der Münchner Grundschule an der Ittlingerstraße.

Die Sprachlernklasse setzt zwei Akzente: Schulanfänger erhalten in den Kernbereichen, insbesondere Deutsch, Mathematik und im Heimat- und Sachkundeunterricht intensiven Deutschunterricht von bis zu 17 Wochenstunden. Damit sie in der Sprachlernklasse aber nicht von deutschen Kindern isoliert sind, werden sie in den musischen und praktischen Fächern gemeinsam unterrichtet. An der Hauptschule in den Jahrgangsstufen 8 und 9 dienen die Sprachlernklassen vor allem dem Ziel, dass die ausländischen Schülerinnen und Schüler erfolgreich einen Abschluss machen. "Die Sprachlernklasse leistet einen wichtigen Beitrag zur Sprachförderung und Integration zugleich. Die Beherrschung der deutschen Sprache ist für die Schülerinnen und Schüler der Schlüssel zum Erfolg, gibt ihnen neues Selbstvertrauen und eröffnet ihnen Chancen", sagte Hohlmeier.

Bayern wird seine Anstrengungen im Bereich der intensiven Deutschförderung verstärken. So werden die Sprachlernklassen bedarfsgerecht ausgebaut. Allein vom Start der Sprachlernklassen im Schuljahr 2002/03 ist die Zahl von 104 Klassen auf 220 im Schuljahr 2004/05 erhöht worden.

Ebenso werden die Vorkurse neu gestaltet und intensiviert. Bislang wurden Kinder, die bei der Schuleinschreibung keine oder nur sehr geringe Deutschkenntnisse aufweisen, in vorschulischen Deutschkursen von Mai bis Juli im Umfang von 40 Wochenstunden in Deutsch gefördert. Kindergarten und Grundschule kooperieren. Künftig werden die Vorkurse auf das ganze Jahr vor der Einschulung (von September bis Juli) ausgeweitet. Die Deutschförderung umfasst künftig einen Umfang von 160 Stunden, also das Vierfache. "Wir beginnen mit der Sprachförderung bereits im Kindergarten. Klar ist: Je früher die Kinder die deutsche Sprache lernen, desto erfolgreicher sind sie", sagte Hohlmeier. Im Rahmen der Zuwanderungspolitik sei es auch notwendig, dass der Bundesgesetzgeber eine stärkere Verpflichtung zum Erlernen der deutschen Sprache gesetzlich verankere und sein finanzielles Engagement auf die hier lebenden nicht deutsch sprechenden Ausländer ausweite.

Die Grundschule an der Ittlingerstraße in München bietet die Sprachlernklassen bereits im dritten Jahr an. Derzeit lernen 12 Schülerinnen und Schüler aus drei Nationen (Türkei, Bosnien-Herzegowina und Äthiopien) in der Sprachlernklasse 1. In der Sprachlernklasse 2 werden neun Mädchen und Buben unterrichtet. Zu Beginn waren es 14, fünf Kinder nehmen nun schon in allen Fächern am Unterricht der Regelklasse teil. Ingesamt besuchen 300 Kinder die Grundschule, rund 45 Prozent mit nichtdeutscher Muttersprache.


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