Betriebskindergärten

KiTa aktuell-Beitrag zu Betriebskindergärten verweist auf Chancen und Grenzen und wirft einen Blick auf die Qualitätsdiskussion in allen Tageseinrichtungen

06.12.2011 Artikel

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In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift KiTa aktuell NRW loten Prof. Dr. Haderlein und Ulrike Pohlmann in dem Beitrag: "Chancen und Grenzen einer Betriebskindertageseinrichtung" vielfältige Gesichtspunkte aus, die im Zusammenhang mit dem immer mehr geforderten Engagement von Unternehmen, für Ihre Beschäftigten und deren Kinder "bedarfsgerechte Angebote" zu schaffen, auf den Prüfstand stellen.

Interessant erscheinen vor allem darin enthaltene Gesichtspunkte:

Einerseits ist es das Bild vom Kinder, dass in diesen, wie in jeder anderen Einrichtung, für die Haltung, mit der einem Kind begegnet wird, maßgeblich ist.

In dem Beitrag wird dazu ausgeführt:

"Bild vom Kind: Bedeutsam – wie in allen Kindertagesstätten – ist die Frage nach dem Bild vom Kind deshalb umso mehr, weil es gleichzeitig eine Antwort auf die grundsätzliche Haltung der Unternehmensleitung darstellt. Ist das Kind auch Produkt, dann wird es zur Sache reduziert und die Betriebskindertageseinrichtung ist Produktionsort für Persönlichkeitsentwicklung, die jedoch extern vorgegeben ist. Oder ist das Kind ein sich selbst entdeckender Mensch, der durch eine aktiv gestaltete Umwelt seine eigenen Lebensmöglichkeiten erfahren kann, um so zukünftige Lebensaufgaben selbstständig zu bewältigen."

Andererseits ist es auch die Feststellung des Arbeitgeberpräsidenten, Dieter Hundt, sehr interessant, der darauf hinweist, dass "Kinder bei Ihrer Entwicklung von einer externen Betreuung (profitieren), wenn diese einen hohen Qualitätsstandard aufweist."

Im Fazit des Beitrages heißt es:

"Eine Bewertung der Chancen und Grenzen einer Betriebskindertagesstätte insbesondere im Vergleich zu den angestammten Trägern verbietet sich eigentlich. Gleichzeitig wachsen vor dem Hintergrund schwieriger kommunaler Haushaltslagen die Bedeutung und die Zahl betrieblicher Kinderbetreuung. Die Wirtschaft hat sich des Themas angenommen, da der Fachkräftemangel schon längst zu spüren ist. Die Rahmenbedingungen für die Zukunft der Kinder müssen stimmen, entsprechend Dieter Hundts Aussage: "Kinder profitieren bei ihrer Entwicklung von einer externen Betreuung, wenn diese einen hohen Qualitätsstandard aufweist". Die Realität zeigt, dass Betriebskindertagesstätten durchaus sehr wohl auch exzellente Bildungsorte für Kinder mit einer gesellschaftlichen Dimension sein können und sind. Damit jedoch auch eine Form pädagogischer Grunddimensionen in einer Betriebskindertageseinrichtung vorhanden und überprüfbar sind, empfiehlt es sich ein Gütesiegel für Betriebskindertageseinrichtungen zu entwickeln, welches die Besonderheiten von Unternehmen mit dem Wohl des Kindes und deren Familie in Einklang bringt."

Zutreffend ist diese Feststellung, zumal nicht jedes Angebot per se für Kinder gut ist. Dabei spielt vor allem das Erzieherinnen-Kind-Verhältnis eine besondere Bedeutung. In der Expertise von Frau Prof. Viernickel und Stefanie Schwarz: "Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung" wurde sehr fürsorglich angedeutet, dass der Aufenthalt von Kindern in Gruppen mit zu vielen Kindern auch schädlich sein kann. Daher ist es - nicht nur in Betriebskindergärten - notwendig und vielfach überfällig, dass die Fachkraft-Kind-Relationen dringend verbessert werden.

In der o.g. Studie wird nach Sichtung der verfügbaren Untersuchungen im Ergebnis u.a. festgestellt, dass das Wohlbefinden, das Verhalten und die Entwicklung von Kindern in einem Zusammenhang mit der Fachkraft-Kind-Relation stehen und es Hinweise darauf gibt, dass sich bei dem Unterschreiten eines bestimmten Schwellenwertes negative Auswirkungen ergeben. Diese wurden bei Gruppen mit Kindern unter 3 Jahren bei 1:3 bis 1:4; bei Gruppen mit Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren bei ca. 1:8 und mit 5 und 6jährigen bei 1:10 festgestellt.


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