Kultusminister regt kreativen Umgang mit Hartz IV an
"Fast 7000 meist hoch qualifizierte Personen aus dem Berufsfeld Sozial- und Erziehungsberufe einschließlich der natur- und geisteswissenschaftlichen Berufe, davon allein 4.691 in der Sozialpädagogik, als Erziehrinnen und Erzieher oder Sozialassistenten ausgebildete Menschen beziehen Arbeitslosengeld II. Wir sollten sie nicht im Stich lassen und alle Möglichkeiten nutzen, um ihnen Arbeitsgelegenheiten anbieten zu können. Denn Kindertagesstätten und Schulen können Unterstützung durch zusätzliche Kräfte gut gebrauchen", hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute (24. Januar 2005) zu einem kreativen Umgang mit den neuen Möglichkeiten des Sozialgesetzbuchs (Hartz IV) aufgerufen.
26.01.2005 Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium"Insbesondere bisher Langzeitarbeitslose haben es schwer, den Widereinstieg in das Berufsleben zu schaffen, wenn ihnen die unmittelbare Praxiserfahrung fehlt. Das gilt gerade für Tätigkeiten, bei denen es auf den Umgang mit Menschen ankommt, also den gesamten sozialen und pädagogischen Bereich", machte Busemann deutlich. Die angedachten zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten dürften jedoch weder reguläre Arbeitskräfte verdrängen noch die Qualität der pädagogischen Arbeit beeinträchtigen. "In Frage kommen alle Tätigkeiten, mit denen Lehrkräfte von Tätigkeiten außerhalb ihrer pädagogischen Aufgabenstellung entlastet werden und dadurch mehr Zeit für den Unterricht gewinnen", schlug Busemann vor. Dazu zählten organisatorisch-technische Aufgaben wie die Wartung von Geräten für den naturwissenschaftlichen oder den Sportunterricht, Mitarbeit bei der Lernmittelausleihe, die Betreuung von Sammlungen oder Mithilfe beim Auf- und Abbau von Versuchsanordnungen. "Auch im Schulablauf außerhalb der Unterrichtsstunden können zusätzlich Beschäftigte mitwirken. Bei der Pausenaufsicht, als zusätzliche Begleitpersonen beim Schwimmunterricht oder auf Klassenfahrten und bei der täglichen Fahrt mit dem Schulbus", erläuterte Busemann. Kindertagesstätten und Schulen könnten mit zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihr Betreuungsangebot besser auf die Bedürfnisse berufstätiger Mütter zuschneiden. "In den Ganztagsschulen ergeben sich viele zusätzliche Einsatzmöglichkeiten für Arbeitskräfte von der Speisenzubereitung bis zur Spülhilfe in der Mensaküche, im Betreuungsangebot vor und nach dem Unterricht sowie je nach Eignung und Qualifikation in Arbeitsgemeinschaften oder der Hausaufgabenbetreuung", stellte Busemann fest. "Bei einer Gesamtzahl von rund 185.000 Beziehern von Arbeitslosenhilfe im Oktober 2004 in Niedersachsen erscheint es realistisch, jetzt landesweit 20.000 und mehr zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitsuchende mit unterschiedlichen Qualifikationen einzurichten. Schulen und Kindertagesstätten könnten sich dabei entscheidend einbringen", so der Kultusminister abschließend.
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