U3-Ausbau zu gering

Mehr Plätze für Kinder unter 3 Jahren nötig - Bisher angenommene Mindestquote von 35 % reicht nicht aus!

19.11.2010 Artikel

Was sich aus Umfragen bereits abzeichnete, wird jetzt durch das Ergebnis des DJI-Surveys "Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten" seit dem 17.11.2010 ausdrücklich bestätigt:

Es sind mehr Krippenplätze erforderlich, als bisher angenommen.

Auf der Grundlage der DJI-Kinderbetreuungsstudie 2005 war in das Kinderförderungsgesetz das Mindest-Ausbauziel von 35 % übernommen worden.

Mit der aktuellen Erhebung, die für Westdeutschland einen Wert von 37 % und für Ostdeutschland von 51 % ausweist, sind die bisherigen Spekulationen und darunter liegenden Bedarfsabschätzungen gegenstandslos.

Die während der Tagung am 18.11.2010 in München vorgestellte Studie macht jetzt deutlich, dass das Mindestausbauziel deutlich erhöht werden muss, um den Rechtsanspruch der Eltern erfüllen zu können.

Ein Bericht zur Tagung ist in der SZ vom 18.11.2010 zu finden: www.sueddeutsche.de/M5O38E/3727666/Mehr-Krippenplaetze-noetig.html

Die Einschätzung des Leiters des DJI, Herrn Prof. Rauschenbachs, dass die 39-%-Marke die Kommunen vor Probleme stellen würde, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass jetzt auch der Bund seinen Anteil für Investitionen und Betriebskosten entsprechend erhöhen muss und die Länder mit eigenen Förderprogrammen aktiver werden müssten.

*Im übrigen erscheint es unverständlich, dass auf das im Jahr 2013 zu erreichende Ziel hingewiesen, aber die bestehende Regelung des § 24a, Absatz 3, SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) bisher immer unter den Tisch fällt: Danach sind die Träger der öffentlichen Jugendhilfe bereits ab dem 1.10.2010 verpflichtet, mindestens ein Angebot vorzuhalten, das eine Förderung aller Kinder ermöglicht, deren Wohl ohne eine entsprechende Förderung nicht gewährleistet ist. Da das Kindeswohl bereits dann gefährdet ist, wenn eine Stagnation der Entwicklung droht, könnte damit der Anspruch bereits heute für alle Kinder bestehen, wenn die Eltern meinen, dass durch das Angebot einer Tageseinrichtung oder durch Kindertagspflege das Kindeswohl gefördert werden kann.*


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden