Regierungsfraktionen und FDP wollen mehr internationalen Austausch

(bikl/hib/BES) Für eine stärkere Europäisierung und Internationalisierung des deutschen Schulwesens sprechen sich die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP in einem gemeinsamen Antrag aus.

27.01.2005 Artikel

Sie fordern einen intensiveren Fremdsprachenunterricht und mehr Austauschprogramme für Schüler. Bilinguale Partnerschulen nach dem deutsch-französischen Vorbild sollen - so die Antragsteller - auch auf andere, besonders mittel- und osteuropäische Staaten ausgeweitet werden.

Die Regierung solle außerdem Regelungen schaffen, die eine Aufenthaltserlaubnissen für Schulbesuch ermöglichen. Diese läge im Interesse einer zunehmenden internationalen Öffnung des Schulsystems. Ziel müsse es dabei sein, unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen für den Hochschulzugangs oder eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Solche Ausnahmeregelungen sollen laut Antrag staatliche oder staatlich anerkannte Schulen mit internationaler Ausrichtung betreffen.

Auch Schulen, die ganz oder überwiegend nicht aus öffentlichen Mitteln finanziert werden und Schüler auf internationale Abschlüsse, Abschlüsse anderer Staaten oder staatlich anerkannte Abschlüsse vorbereiten sowie Internatsschulen mit Schülern verschiedener Nationalitäten sollen nach Ansicht der Abgeordneten davon profitieren. Darüber hinaus sollten die geforderten Ausnahmen greifen, wenn eine Eigenfinanzierung der Ausbildungskosten sichergestellt ist und es sich um Bürger von Staaten handelt, mit denen keine Rückführungsschwierigkeiten bestehen, heißt es weiter.

Im November 2004 hatte das DIW Berlin (Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung) in einer Untersuchung von Charlotte Büchner, "Investition in Humankapital: Auslandsaufenthalte von Schülern" zwar einen Zusammenhang zwischen Sprachkompetenz und Auslandsaufenthalt vermutet, allerdings auch hier den für Schulerfolge in Deutschland charkateristischen Zusammenhang mit der sozialen Herkunft nachgewiesen:

  • "Bei der Gruppe von Schülern, deren Eltern ein gutes Einkommen oder deren Mütter einen höheren Bildungsabschluss haben, sind überdurchschnittlich viele Auslandsaufenthalte zu verzeichnen. Die Austauschteilnehmer sind nach ihrem Aufenthalt im Fremdsprachenunterricht leistungsstark und sprechen im Durchschnitt mehr als eine Fremdsprache."

Die Untersuchung ist auf der Homepage des DIW veröffentlicht: www.diw.de/


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